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25.6.2008 von Karthause.

Wer kennt das nicht, in den Schränken und Regalen sammeln sich im Laufe von Jahren Dinge an, die man unbedingt einmal brauchte und doch nie nutzte. Spätestens wenn die Schränke aus den Angeln gehen, stellt sich jeder wohl die Frage nach der Anschaffung eines weiteren Schrankes oder dem Aufraffen zum Entrümpeln. Frei nach dem Motto ‚Ballast belastet’ gibt Rita Pohle gute oder auch gut gemeinte Ratschläge zur Neuorganisierung. Einige Tipps waren mir schon bekannt, andere werde ich wohl nie anwenden. Aber es gab auch neue Impulse. Letztlich hat dieses Buch schon die Lust aufs Entrümpeln geweckt. Aber von liebgewordenen Dingen werde ich mich nicht trennen, nur um dadurch mehr Freiraum zu erhalten. Auch meine geliebten Bücher wandern nicht in den Altpapiercontainer. Mir war dieses Buch ein wenig zu esoterisch. Räuchern, klären und Energie aufladen sind nicht so meine Denkweise. Aber sicher kann jeder aus diesem Buch ein paar Anregungen entnehmen und sie umsetzen.
Taschenbuch: 206 Seiten
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3442165278
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30.10.2007 von Karthause.
Fast täglich berichten die Medien im Wirtschaftsteil der Nachrichten von Stellenabbau , Unternehmensverlagerungen oder Verschlankung von Organisationsstrukturen. Einkäufer und Vertriebsmitarbeiter, Buchhalter und Controller werden durch moderne Informationstechniken verdrängt. Können Abläufe nicht automatisiert werden, verlagert man sie in Länder in denen die Personalkosten weitaus geringer sind. Von den 18 Millionen Angestelltenjobs in Deutschland ist jeder zweite in Gefahr.
Kritisch betrachtet Günter Ogger die Zustände in den verschiedenen Branchen. An konkreten Beispielen und unter Nennung von Personen und Firmen zeigt er auf, wie Stellenabbau betrieben wird und die Mitarbeiter häufig vor die Entscheidung gestellt werden, entweder länger für weniger Geld zu arbeiten oder den Job zu verlieren. Dabei beleuchtet er die Rollen, die Manager, Gewerkschaften und auch Politiker dabei spielen und findet auch Bezüge zu den aktuellen Korruptionsskandalen.
Die Zukunft der abgestellten Angestellten sieht der Wirtschaftsjournalist in Zeitarbeitsfirmen, in befristeter und Teilzeitarbeit und in der weiteren Verbreitung von Minijobs. Eine Zunahme von so genannten „prekären“ Arbeitsverhältnissen, die kaum soviel abwerfen, dass es zum Leben reicht, ist unausweichlich. Der Mittelstand bricht langsam weg und wie zum Hohn für die Betroffenen werden und wurden Entlassungen mit Kursgewinnen an den Börsen belohnt.
„Der Niedergang der Arbeiterklasse erscheint harmlos im Vergleich zu dem Drama, das die rund 18 Millionen Angestellten erfasst hat: Die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes wird unser Land gründlicher verändern als die Wiedervereinigung.“
Um den Verfall des Angestelltentums zu erklären, blickt Günter Ogger in der Geschichte weit zurück und beschreibt den kontinuierlichen Aufstieg und die Entwicklung dieses Standes. Er nennt Privilegien, die den Angestellten in vergangenen Zeiten sicher waren und beschreibt die Ängste, die diese Beschäftigten heute begleiten.
Der Autor zeigt nicht nur mit dem Finger auf eine Wunde der deutschen Wirtschaft. Er analysiert, hinterfragt, sucht Ursachen und findet Antworten. „Die Abgestellten“ ist ein sehr zeitnahes aktuelles Buch. Viele Sachverhalte sind zwar aus Presse, Rundfunk und Fernsehen bekannt. Die Hintergründe dazu verdeutlicht Günter Ogger auf verständliche und nachvollziehbare Weise.
Ich empfand dieses Buch als sehr nachdenklich machend und fast schon bedrückend. Denn eine Problemlösung zeichnet sich nur dahingehend ab, dass die Angestellten selbst durch deutlich mehr Flexibilität, Spezialisierung und den Verzicht auf traditionelle Karrieren eine Zukunft haben.
Günter Oggers Werk ist aber keine Anklageschrift gegen ein Wirtschaftssystem bzw. dessen Manager. Er untertitelte sein Buch als „ein Nachruf auf den festen Arbeitsplatz“. Diesem Untertitel wird es zweifelsfrei gerecht.
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann (September 2007)
ISBN-10: 3570009602
ISBN-13: 978-3570009604
Gelesen: September 2007
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30.10.2007 von Karthause.
Die Demokratie ist in Gefahr, politische Entscheidungen sind nicht mehr vernunftbegründet und der mündige, gut informierte Staatsbürger ist eine fast ausgestorbene Spezies. So charakterisiert Al Gore, Vizepräsident unter der Clinton-Regierung und Präsidentschaftskandidat der Demokraten im Wahlkampf 2000 gegen George W. Bush, die US-amerikanische Realität.
Immer wieder geht Al Gores Blick zurück in die Vergangenheit zur Gründungszeit der USA. Er erläutert auf populärwissenschaftliche Weise das Funktionieren der amerikanischen Demokratie, die aus einem „System der gegenseitigen Machtkontrolle und Machtbalance (checks and balances) zwischen den drei staatlichen Gewalten auf der einen und aus dem Vernunftprinzip im politischen Handeln (rules of reason) auf der anderen Seite“ (S.289) besteht. Die Gründerväter der USA schufen mit der Bill of Rights die Grundlage für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Diese seit Generationen geltenden politischen Regeln werden von der Bush-Regierung sträflich vernachlässigt.
„Angriff auf die Vernunft“ ist Al Gores glühende Anklageschrift gegen die gegenwärtigen Zustände. Gnadenlos prangert er die Unflexibilität Bushs an, deren Ursache er in dessen reaktionärer Überzeugung, nicht in seinem Glauben sieht. Al Gore bemängelt Korruption und Kungeleien, die Gefährlichkeit von Macht- und Kapitalkonzentration in den Medienkonzernen für die Meinungsbildung, infolge derer die Vielfalt der Meinungen abnimmt.
Der Autor zeigt auf, wie Bush und seine Regierung bewusst Unwahrheiten verwenden und er kritisiert die dadurch erzeugte Atmosphäre der Angst. Als Beweis hierfür beschreibt er, wie Bush aus dem Kampf gegen den Terror heraus die USA in den Irakkrieg führte. Er weist auf die Völkerrechtsverletzungen hin sowie die sich wiederholenden Tötungen und Folterungen von Zivilpersonen.
Al Gores neues Buch ist Abrechnung mit dem Bush-Regime. Unermüdlich legt er Beweise vor, die das Versagen der amtierenden Regierung belegen. Dabei stützt er sich nicht nur auf seine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse, er greift zurück auf Studien von Psychologen und Verhaltensforschern.
Dieses Buch rüttelt auf, es mahnt zum Handeln, es fordert Aufmerksamkeit und Beachtung. Nach der Lektüre erscheinen politische Tagesnachrichten in einem anderen Licht.
In jedem einzelnen Kapitel ist Al Gores Verärgerung, seine Wut über die Degenerierung der US-amerikanischen Demokratie deutlich zu spüren. Aber mit seinem einfachen und einprägsamen Stil und mit seinem großen Erfahrungsschatz sowie seiner akribischen Recherche, kann er, trotz eines nicht zu verleugnenden Populismus, auch Leser erreichen, deren politische Bildung nicht so ausgeprägt ist.
Ich hätte dieses Buch als ein Dokument der Hoffnungslosigkeit bezeichnet, wäre es Al Gore nicht gelungen zum Schluss noch mit Zuversicht zu beschreiben wie die altbewährten Grundregeln der Demokratie wieder mit Leben erfüllt werden können.
„Angriff auf die Vernunft“ ist äußerst informativ und Fragen nach dem Zustand der deutschen Demokratie sind unausweichlich. Ich wünsche diesem Buch viele Leser.
Gebundene Ausgabe
Seiten: 395
Verlag: Riemann (2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570500896
ISBN-13: 978-3570500897
Gelesen: August 2007
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28.10.2007 von Karthause.
Die Natur hat jedem von uns etwas Wunderbares gegeben, unseren Körper. Doch wissen wir über ihn wirklich gut Bescheid? Gehen wir mit ihm gut um, oder betreiben wir Raubbau mit dem Körper? Was können wir anders machen und damit unser Wohlbefinden verbessern? Diese Frage kann sich jeder nach/bei der Lektüre selbst beantworten. „KörperWissen“ ist in verschiedene Abschnitte gegliedert. Einer Einführung, dem sogenannten Basiswissen, folgen Abschnitte über die Haut, die Augen, die Nase und die Ohren, das Verdauungssystem, Muskeln, Knochen und Immunsystem und vieles mehr. Kurz, der Mensch wird sozusagen in seine Einzelteile zerlegt, diese werden anschaulich dargestellt, es gibt Tipps was wir selbst zur Vorbeugung von Krankheiten tun können und Hausmittelchen, wenn es schon mal zwickt. Dabei betrachtet sie den Körper nie aus nur einer Perspektive, sonders stets ganzheitlich. Das hört sich nun sicher sehr trocken an. Das ist es nicht. Im Gegenteil, Marion Grillparzer schildert auf eine unvergleichlich offene, lockere, leicht verständliche und unterhaltsame Art die komplizierten Zusammenhänge. Beim Lesen dachte ich manchmal, da hat sie dich doch schon wieder erwischt. Man bekommt gelegentlich schon einen Spiegel vorgehalten, aber nie mit dem erhobenen Zeigefinger auf schulmeisterliche Art. In dem Buch findet man viele hilfreiche Abbildungen und wunderbare Fotografien. Fachwörter werden sehr gut erklärt, so ist man als Leser diesem Buch nicht hilflos ausgeliefert. Ich erhielt viele wissenswerte Informationen zur Gesunderhaltung, sei es durch ausreichende Bewegung, richtige Ernährung oder einfach nur durch optimale Pflege des Körpers. Mich persönlich hat dieses Buch motiviert, einige Dinge in meinem Leben zu ändern. „KörperWissen“ habe ich jetzt zwar an einem Stück gelesen, ich bin mir aber sicher, dass dieses Buch von mir nun öfter in die Hand genommen wird. Es war mein erstes Buch von Marion Grillparzer aber sicher nicht mein letztes. Ich kann dieses Buch jedem, dem an seinem Körper etwas liegt, uneingeschränkt empfehlen.
Broschiert: 382 Seiten
Verlag: Gräfe & Unzer
ISBN-10: 3833802219
ISBN-13: 978-3833802218
Gelesen: Februar 2007
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