Archiv der Kategorie Jugendbuch

Jana Frey - Ich, die Andere


Ich, die Andere

Jana Frey

Gebundene Ausgabe 357 Seiten
Verlag: Loewe Verlag (2007)
ISBN-13: 978-3785558652

 

Kurzbeschreibung (www.amazon.de)

Kelebek ist Deutsche. Und sie ist Türkin. Sie will mit ihren Freundinnen Spaß haben und gleichzeitig mit ihrer Familie den Ramadan begehen. Sie liebt die blaue Moschee in Istanbul - und sie liebt Janosch. Ihre Gefühle sind zu kostbar, als dass sie jemandem davon erzählen könnte, zu zerbrechlich. Doch Sercan, ihr Bruder, mit dem sie früher alle Geheimnisse geteilt hat, merkt sofort, dass Kelebek plötzlich anders ist. Er beginnt sie zu kontrollieren, eindringliche Fragen zu stellen. Als er endlich Gewissheit hat, ist Sercan voller Hass. Hass auf Janosch, Hass auf Kelebek - Hass, der außer Kontrolle zu geraten droht …

 

Meine Meinung

Wie die anderen Bücher von Jana Frey hat mir auch dieses sehr gut gefallen. Wieder hat sie ein aktuelles Thema, die Integration von Jugendlichen die in zwei Kulturen leben, aufgegriffen, dem es an Brisanz nicht fehlt. Mit einer schönen Sprache wird der Leser in die Welt von Kelebek geführt, sie ist Türkin und sie ist Deutsche. So ist sie mit den türkischen Traditionen eng verbunden und liebt die freiere deutsche Lebensweise. Dieser innere Zwiespalt wird dem Leser sehr gut vermittelt, ich konnte gut mit Kelebek mitfühlen. Aber auch der Gewissenskonflikt der jungen Türkin als sie sich verliebt und der Bruder Sercan nur noch mit Hass reagiert, war für mich sehr gut nachvollziehbar.

Jana Frey schrieb ihren neuen Jugendroman fernab von den gängigen Klischees und Vorurteilen. Sie zeigt deutlich positive und negative Aspekte beider Kulturen aus und erteilt auch jungen Radikalen auf beiden Seiten eine Abfuhr. Ich hatte den Eindruck ein sehr realitätsnahes Buch gelesen zu haben. Es war ein typischer Jana-Frey-Roman, interessant, informativ, spannend und unterhaltsam.

Einzig ein kleiner Recherchefehler schlich sich ein. Vor Rügen sind Wattwanderungen leider nicht möglich. ;)

 

John Boyne - Der Junge im gestreiften Pyjama

:) :) :) :)

Gerade habe ich dieses Buch beendet, ein Gänsehautgefühl blieb zurück und auch gedanklich kann ich mich momentan noch nicht so ganz von diesem Buch lösen.

Als erstes fiel mir der ungewöhnliche Klappentext auf, der ausnahmsweise gar nichts verrät, sondern explizit darauf hinweist, dass es für den Leser besser ist, wenn er nichts vorher weiß.

Unter dem Titel stand “Fabel”. Hmmm. Ich erwartete ja einen Roman und mit der entsprechenden Verwunderung und Neugier begann ich das Lesen. Über den Inhalt will ich hier auch nichts weiter schreiben, nur über die Wirkung. Das Buch las sich schnell und flüssig und nur ungern unterbrach ich. Schnell stellte ich auch fest, es ist wirklich eine Art Fabel.

Der Stil von John Boynes Buch ist geprägt durch Vergleiche, Auslassungen, Andeutungen und durch die große Naivität des Protagonisten. Vieles bleibt unausgesprochen, doch der Leser weiß, es ist das Grauen für das es keiner Worte bedarf. Gerade das war es, was mich in den Bann dieses Buches zog. Viele Romane über das 3. Reich habe ich bereits gelesen. Aber meistens zeichneten die sich durch detailgetreue Schilderungen von Gräueltaten und den Zuständen in Konzentrationslagern aus. “Der Junge im gestreiften Pyjama” ist wegen des bewussten “Wegblendens” nicht weniger intensiv. Denn die eigene Phantasie beginnt dann aktiv zu werden, wenn der Autor aufhört zu beschreiben. Es muss den jugendlichen Lesern der Schrecken nicht detailliert präsentiert werden. Sicher werden die Jugendlichen dazu Fragen haben, dann sollten die Eltern, Großeltern oder auch die Lehrer entscheiden, in wie weit die Jugendlichen mit Einzelheiten konfrontiert werden können. Ich persönlich würde dieses Buch einem Schüler erst als Lektüre empfehlen, wenn der Geschichtsunterricht die notwendigen Grundlagen gelegt hat. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall für Jung und Alt.

OT: The boy in the striped Pyjama
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Fischer, S., Verlag GmbH
ISBN-13: 978-3596852284
Gelesen: September 2007

Jana Frey - Sackgasse Freiheit. Aus dem Leben eines Straßenkindes

:) :) :) :)

Eigentlich war Sofia einmal eine gute Schülerin. Aber von der Muter wird sie nicht geliebt und vom Stiefvater bekommt sie häufig schon aus nichtigen Anlässen Prügel. Die Eltern lieben nur ihr gemeinsames Kind. Zuerst lassen ihre schulischen Leistungen stark nach und Sofias Versetzung ist gefährdet, dann schwänzt sie die Schule und schließlich beginnt sie zu stehlen. Die Eltern reagieren immer gleich – mit Prügel. So eskaliert die häusliche Situation immer mehr. Die Eltern werden nicht mehr Herr der Lage. Sie schalten das Jugendamt ein und die 14-Jährige kommt in ein Heim aus dem sie wiederholt flieht, bis sie eines Tages gar nicht mehr zurückkehrt. Sie wählt für sich das harte Leben auf der Straße.

Auch „Sackgasse Freiheit“ ist wie die anderen Bücher der Autorin ein sehr realitätsnahes auf einer wahren Begebenheit beruhendes Jugendbuch. Ungeschönt, mit einfachen Worten erzählt sie die Geschichte von Sofia, die sich ungeliebt fühlt und im Elternhaus seelischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt ist. Jana Frey schildert die Gefühle des Mädchens so eindringlich und nachvollziehbar, dass ich mich als stille Beobachterin fühlte, die Sofia sehr gern in den Arm genommen und geholfen hätte.

Am Ende des Buches sind Adressen von Ansprechpartnern in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgeführt, die Betroffenen Auskünfte erteilen können.

Dieses Jugendbuch hallt noch immer in mir nach. Ich möchte es den Lesern aller Generationen uneingeschränkt empfehlen.

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag:
Loewe Verlag; Auflage: 1 (März 2005)
ISBN-10:
3785554222
ISBN-13:
978-3785554227
Gelesen:
April 2007

Jana Frey - Höhenflug abwärts. Ein Mädchen nimmt Drogen

:) :) / :)

Marie lebt das Leben einer ganz normalen 14-Jährigen. Sie erlebt in den Sommerferien ein erstes Verliebtsein in Leon, den sie schon seit frühester Kindheit kennt und der sie in den Ferien zum ersten Mal geküsst hat. Als das neue Schuljahr beginnt kommt eine neue Schülerin in die Klasse der Beiden, Friederike. Leon verliebt sich in die Neue. Für Marie bricht eine Welt zusammen. In dieser Situation lernt sie ältere Schüler ihrer Schuler näher kennen, sie geht zu deren Parties, dort gehören Alkohol, Zigaretten, Joints, Ecstasy und LDS dazu, nur von Heroin hält sich die Clique fern.

Jana Frey beschreibt auf eindrucksvolle Weise die Entwicklung von Marie. Feinfühlig schildert sie die Gefühlswelt des Mädchens. Der Leser bekommt eine sehr realistische Vorstellung von dem Loch, in das Marie gefallen ist. Der Leser erfährt aber auch von den Hochgefühlen, die Marie nach dem Drogenkonsum durchlebt. Diese werden von der Autorin so bildhaft geschildert, dass eine gewisse Neugier bei den jugendlichen Lesern geweckt werden könnte. Zu normal ist die Einnahme von Pillen, der Konsum von LSD und der Genuss von Alkohol.

Für Jugendliche würde ich dieses Buch nur bedingt empfehlen. Parallel zu der Lektüre sollten von Erwachsenen intensive Gespräche zur Drogenproblematik geführt werden. Dieses Buch klärt meines Erachtens nicht ausreichend über die Folgen der Drogeneinnahme auf. Auch diesem Buch von Jana Frey ist eine Liste nützlicher Ansprechpartner zu finden.

Ich bewerte dieses Buch mit nur 2,5 von 5 Sternen, das hat ausschließlich damit zu tun, dass die Gefährlichkeit von Drogen nicht ausreichend herausgearbeitet wurde. Sprachlich und stilistisch hat mir dieses Buch sehr gut gefallen.

 

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag:
Loewe Verlag
ISBN-10:
3785556241
ISBN-13:
978-3785556245
Gelesen:
April 2007

Jana Frey - Rückwärts ist kein Weg. Schwanger mit 16

:) :) :) :)

Jana Frey ist ein beeindruckendes Jugendbuch gelungen. Es ist das erste, das ich von dieser Autorin gelesen habe. Ungeheuer feinfühlig und empfindsam hat sie die Gefühle und Ängste der 14 Jährigen beschrieben. Auch ihr Umfeld wurde auf eindrucksvolle Weise beleuchtet. Sie thematisiert aber auch die Vorurteile und die daraus resultierende Ablehnung einiger Mitmenschen, die Lillis Entscheidung verständnislos gegenüberstehen.

 

“Rückwärts ist kein Weg. Schwanger mit 14″ ist sehr flüssig zu lesen. Die Sprache ist einfühlsam und altersgerecht. Lillis Geschichte ist aber nicht nur den jugendlichen Lesern, sondern auch deren Eltern und Großeltern ans Herz zu legen.

 

Als einzigen Kritikpunkt möchte ich anmerken, dass sich bei den angeführten Jahreszahlen der Fehlerteufel eingeschlichen hat. Da dieser kleine Schönheitsfehler aber weder die Handlung oder den Lesefluss noch die Aussage beeinflusst hat, erhält dieses Buch von mir ein “sehr empfehlenswert”.

 

 

Gebundene Ausgabe: 169 Seiten
Verlag:
Loewe Verlag; Auflage: 1 (März 2005)
ISBN-10:
3785554230
ISBN-13:
978-3785554234
Gelesen:
April 2007

|