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23.4.2008 von Karthause.
Zum dritten Mal wurde vor kurzem der Literaturpreis der Stahlstiftung der Stadt Eisenhüttenstadt vergeben. Nach Wladimir Kaminer (2005) und Walter Kempowski (2007) wurde in diesem Jahr Kerstin Hensel damit ausgezeichnet.
Kerstin Hensel ist am 29. Mai 1961 in Karl-Marx-Stadt geboren. Sie erhielt bereits 1987 den Anna-Seghers-Preis der Akademie der Künste Berlin. Weitere Preise folgten:
1991 Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt
1995 Förderpreis des Brandenburgischen Literaturpreises
1997 Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen
1999 Gerrit-Engelke-Preis der Stadt Hannover
2004 Ida-Dehmel-Literaturpreis
Ihre bekanntesten Romane sind „Gipshut“ (1999) und „Im Spinnenhaus“ (2003), ihr neuestes Werk ist „Lärchenau“.

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20.4.2008 von Karthause.

Im Zentrum von Louis Begleys Roman steht der pensionierte New Yorker Anwalt Albert Schmidt, ein Don Juan mit Prinzipien. Vor der Einsamkeit durch seine Liebe mit der jungen Puertoricanerin Carrie bewahrt, führt Schmidt mit ihr ein abgeschiedenes Leben in Bridgehampton, Long Island. Das erste Mal seit dem Tod seiner Frau ist Schmidt glücklich. Nur die gemeinsame Zukunft mit Carrie bereitet ihm Sorgen, denn die Schöne weist alle seine Heiratsanträge zurück. Schmidts Befürchtungen bewahrheiten sich - Carrie verliebt sich in einen anderen Mann. Schlimmer noch: Schmidts Tochter Charlotte, eine Frau mit Prinzipien, steht vor der Tür und fordert Geld. Sie hat ihren Ehemann, Schmidts ehemaligen Protege und Kanzleikollegen Jon Riker, verlassen, der dabei erwischt wurde, wie er geheime Dokumente an seine Geliebte weitergab. Nun will sie sich mit einer dubiosen Geschäftsidee selbständig machen. In seiner Verwirrung und Ratlosigkeit findet Schmidt einen ungewöhnlichen Verbündeten: Michael Mansour, den geheimnisvollen Ägypter, der ihm ein verlockendes Angebot macht. In ‘Schmidts Bewährung’ erzählt Louis Begley eine staunenswert leichte Geschichte darüber, wie schwer es ist, die Entfernung von Mensch zu Mensch zu überwinden.
Meine Meinung
Im November las ich „Schmidt“ von Louis Begley und wusste, auch die Fortsetzung „Schmidts Bewährung“ muss ich lesen. Der pensionierte Anwalt hatte sich in meine Leseseele geschlichen, obwohl ich mir bis jetzt nicht im Klaren bin, ob er mir nun wirklich sympathisch ist. Ich habe ihn akzeptiert wie er was und somit hatte ich beim Lesen viel Freude. Albert Schmidt war schon nach wenigen Seiten wieder präsent. Sein Leben hatte sich in der zwischen den Romanen liegenden Zeit kaum verändert. Die junge Geliebte Carrie lebt noch immer bei ihm. Seine Tochter Charlotte giert noch immer nach seinem Geld. Deren Mann Jon Riker ist aus der Kanzlei geflogen, sie hat sich von ihm getrennt und ein Verhältnis mit einem anderen Mann begonnen. Mit ihm und Schmidts Geld wollte sie sich selbständig machen. Aber schon nach sehr kurzer Zeit platzte dieser Traum. In Schmidts und Carries Leben trat der reiche, undurchsichtige Ägypter Mansour. Er bringt Schmidts Welt nicht nur durch die Avancen Carrie gegenüber ins Wanken. Er bringt Schmidt zum Nachdenken. Reicht der jungen Geliebten das, was Schmidt ihr zu bieten vermag? Genügt sein 2. Frühling, um Carrie dauerhaft an ihn zu binden? Kann er mit seiner Großzügigkeit Carrie und sich ein Zukunft kaufen? Lebt er das Leben, das er möchte oder ordnet er dem Wunsch nach Zweisamkeit alles andere unter? Sollte er den ersten Schritt tun, um sich seiner Tochter wieder anzunähern? All diese Fragen finden im Buch ihre mehr oder weniger eindeutige Antwort. Bei manchen bin ich als Leser gefordert, mir selbst eine Meinung zu bilden. Im Roman wird aber nicht nur der Generationenkonflikt thematisiert, es ließ mich nachdenken über das Leben an sich und noch mögliche Lebensziele im Alter. Begley bedient sich auch in diesem Buch einer sehr ruhigen, fast schon bedächtigen Sprache, die aber nie langweilig erscheint. Mit Schmidt hat er einem Charakter Leben eingehaucht, der trotz oder gerade wegen seiner Macken sehr natürlich und glaubwürdig erscheint. Der Schluss kam für mich anders als erwartet. Aber auch dieser wirkte stimmig und kein bisschen konstruiert. Ich würde sehr gern noch einen 3. Teil über Schmidt und seinen weiteren Lebensweg lesen. Es gibt noch einiges in Schmidts Leben, an dessen Entwicklung ich gern teilhaben würde.
Taschenbuch: 313 Seiten
Verlag: Suhrkamp
ISBN-13: 978-3518399361
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19.4.2008 von Karthause.
Heute ist wieder Lesenacht in Krümels Bücherwelt. Einige von uns haben sich vor genommen, „Glück“ von Wilhem Schmid zu lesen. Ich freue mich schon sehr auf die Diskussionen zu diesem Buch.

Außerdem ist heute ein ganz besonderer Tag für dieses kleine, feine Forum. Krümels Bücherwelt hat nämlich Geburtstag. Unser virtuelles Wohnzimmer wird 2 Jahre alt. Übrigens, passend zum Thema der Lesenacht, es ist ein Glück, dass es dieses Forum gibt. Danke, Krümel!

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10.4.2008 von Karthause.

Klappentext
Kephallonia ist eine einsame, friedfertige Insel im Ionischen Meer, berühmt für ihre Anmut und den Zauber ihres Lichtes. Einst trieben dort die Götter ihr frivoles Spiel mit den Menschen, und der Inselheilige entflieht immer wieder aus seinem Sarkophag, um das Los der Wahnsinnigen zu lindern. Als Knotenpunkt vieler Schifffahrtsrouten ist Kephallonia seit jeher ein beliebtes Ziel von Invasoren jeglicher Herkunft, und im Zweiten Weltkrieg landeten hier die Italiener, dann die Deutschen. Im Mittelpunkt von Louis de Bernières’ magischem, ergreifenden Roman steht Pelagia, die schöne, stolze und eigenwillige Tochter des Arztes, die sich plötzlich zwischen zwei Männern sieht: Madras, der junge Fischer, der die Delphine aus den Tiefen des Meeres hervorzulocken vermag und sich den Partisanen anschließt, auf der anderen Seite Antonio Corelli, der souveräne Kommandeur der italienischen Besatzungstruppen, der die Frauen und die Musik um vieles mehr liebt als den militärischen Drill. Nicht einmal der Krieg kann den Lauf der Liebe hemmen, aber der Krieg gestattet auch keine idyllische Abgeschiedenheit. In Zeiten der Barbarei treten Treue und Verrat offen zutage, auch große Gefühle sind hilflos, wenn sie von schrankenloser Macht, vom Wahnwitz der Geschichte bedroht werden. In Kephallonia gerät die Landschaft der Götter und der Phantasie in die Klauen der erbarmungslosen Zeitläufe. Nur Pelagia gibt die Hoffnung nicht auf, noch einmal den betörenden Klang der Mandoline zu hören.
Meine Meinung
Es fiel mir ein wenig schwer, mich in dieses Buch einzulesen und die Handlungsfäden aufzunehmen. Aber nach etwa 60 Seiten war ich gefangengenommen vom wunderschönen Stil, mit hervorragenden feinfühligen Beschreibungen von Land und Leuten, mit dem Louis de Bernières dieses Buch ausschmückt. Die Liebesgeschichte, die vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges mit Besatzern, Angriffen und Not spielt, ist weder kitschig noch schwülstig. Sie ist schön. Die Handlung ist nachvollziehbar und der historische Rahmen meines Erachtens auch sehr realitätsnah. De Bernières lässt Mussolini und Metaxa in diesem Roman überzeugend zu Wort kommen, das unterstreicht die gute Recherchearbeit des Autors. Für mich hat in diesem Buch die Liebesgeschichte von Pelagia und Antonio die Haupthandlung inne. Den Krieg gibt es zwar, aber er scheint beim Lesen nicht so vordergründig zu sein. Obwohl die Auswirkungen doch recht deutlich beschrieben werden. Aber etwa 100 Seiten vor dem Ende gab es leider einen Bruch in dem wunderschönen Stil. Ich hatte das Gefühl, der Autor schrieb das Ende der Geschichte im Zeitraffer. Auf diesen Seiten berichtete er vom Kriegsende bis in das Jahr 1993 hinein. Auch der Schluss selbst hat mich nicht so begeistert. Er machte die Geschichte rund, aber ein offenes Ende hätte mir deutlich besser gefallen.Ein Wort zu meiner Lieblingsfigur in diesem Roman möchte ich gern noch loswerden, das war Carlos, der Antonio Corelli auf eine sehr intensive, aber zurückhaltende Art liebte. Seine Abschiedsbriefe haben mich sehr berührt. Es wahren wohl die schönsten, die ich bisher gelesen habe.Vor Jahren habe ich die Verfilmung des Buches gesehen. Die Zeit hat mich einiges vergessen lassen, aber wesentliche Unterschiede in der Handlung sind mir nicht aufgefallen.
Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe
ISBN-13: 978-3455003239
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10.4.2008 von Karthause.
Es ist schon wieder fast Mitte April und meine Monatsstatistik März steht noch nicht. Aber der Totalausfall meines Notebooks erteilte mir eine gewisse Blog-Abstinenz. Trotzdem habe ich im März wieder viele interessante Bücher gelesen. Das absolute Highlight des Monats war: „Die roten Orchideen von Shanghai“ von Juliette Morillot.
360 Seiten Schwabenkinder von Elmar Bereuter
635 Seiten Göttertrank von Andrea Schacht
96 Seiten Ein Tag mit Herrn Jules von Diane Broeckhoven
195 Seiten Katz und Maus von Günter Grass
512 Seiten Kind 44 von Tom Rob Smith
477 Seiten Die roten Orchideen von Shanghai von Juliette Morillot
2.275 gelesene Seiten
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1.4.2008 von Karthause.
Die roten Orchideen von Shanghai
Juliette Morillot

OT: Les Orchidées Rouges de Shanghai
Taschenbuch: 477 Seiten
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3442459384
Viel zu lange stand dieses Buch unbeachtet in meinem Regal. Der Titel hatte es mich eher in das Genre des Liebesromans einordnen lassen. Weit gefehlt. Juliette Morillot erzählt in ihren Buch die Lebensgeschichte der Koreanerin Sangmi Kim. Sangmi wuchs in einer wohlhabenden Seouler Familie auf. Hätte ihre Großmutter ihr nicht alle ihre Liebe gegeben, wäre schon die Kindheit des Mädchen einsam verlaufen. Sie fühlt im tiefsten Inneren, dass sie anders ist, irgendwie eine Außenseiterin. Auch die Mutter schaut sie scheinbar anders als ihre Geschwister an. Sie erfährt aber erst Jahre später von ihrem Großvater genaueres. Eines Tages, Sangmi ist 14 Jahre alt, wird sie von japanischen Besatzern entführt und ins chinesische Mukden gebracht. Von nun an durchlebt sie die Hölle. Als Trostfrau muss sie japanischen Soldaten und Offizieren zu Willen sein. Die Grausamkeiten und die Brutalität, die ihr als chosen pi (koreanische Hure) widerfährt, sind unvorstellbar. Aber auch medizinische Versuche musste sie über sich ergehen lassen. Noch unvorstellbarer ist es wie ein so junges Mädchen diese Gräuel überleben kann.
Die Autorin lernte Sangmi Kim 1995 in Seoul kennen. Mit einfachen, einfühlsamen, aber kraftvollen Worten schildert Juliette Morillot deren erschütternde Lebensgeschichte. Dabei verzichtet sie darauf, durch besondere Emotionalität Mitleid erhaschen zu wollen. Durch die klare Ausdrucksweise zeigt sie, dass Sangmi Kim nur durch die Loslösung von eigenen Emotionen überleben konnte. Während des Lesens war ich immer wieder am Rand der Fassungslosigkeit angelangt. Oft musste ich daran denken, dass dies keine von einem kreativen Autor erfundene Geschichte ist, sondern das, was eine junge Frau, eigentlich noch ein Kind, wirklich erlebt hat. Dieses Buch war einerseits so erschreckend und abstoßend, andererseits so ergreifend und berührend. Der Hass den Sangmi den Japanern gegenüber empfindet wird immer wieder deutlich. Aber dieses Buch ist keine generelle Abrechnung mit Feinden, sie berichtet auch mit Dankbarkeit über die Hilfe, die ihr von japanischer Seite entgegengebracht wurde.
Das Buch enthält neben einer Zeittafel und einem Glossar, das mir beim Lesen der fremden Begriffe sehr geholfen hat, auch eine Karte, auf der man Sangmis Weg verfolgen kann. Dieses Buch hat mich in eine Zeit und eine Region versetzt, die mir eher fremd war. Ich habe viele interessante Informationen gewonnen und kann dieses Buch nur empfehlen.
Geschrieben in 2008, Biografie/Erfahrungen | 1 Kommentar »