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Veronique Olmi - Meeresrand

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Klappentext
Eine Mutter bricht mit ihren beiden Söhnen zu einer Reise auf. Neun der Große, fünf der Kleine. Sie freuen sich, aber es ist ihnen auch unheimlich. Sie waren noch nie weg, und Ferien sind auch nicht. Was wird die Lehrerin sagen?
Sie nehmen den Nachtbus, das ist billiger. Und aufregend. Aber die Mutter hat Kevins Einschlaftuch vergessen, und Stan zählt angstvoll das Restgeld aus der Teedose. Es wird nicht lange reichen.
Auch die Mutter weiß das, aber sie ist fest entschlossen: Ihre Kinder sollen das Meer sehen, wenigstens einmal. Das Meer. Da spielt es keine Rolle, wie verlassen und trostlos der kleine Küstenort im Winter ist und dass der Regen die Kleider schwer macht und dass sie von ihrem Hotelzimmer auf eine Betonwand schauen, nicht auf den Strand. Schwieriger ist, dass sie Stan nicht in die Augen sehen kann, der versucht stark zu sein für den kleinen Bruder und auch für sie, seine Mutter. Der sich schämt, wenn sie mit dem Kleingeld aus der Teedose zahlen, das niemand will. Stan, der seine Mutter noch beobachtet, wenn sie schläft. Damit sie nicht allein ist, wenn sie aufwacht und die Panik wiederkommt. Und ihr alles entgleitet.
Diese Reise hat sie geplant, auch wenn sie sonst nie planen kann. Sie werden ans Meer gehen und abends auf die Kirmes. Die Kinder sollen es gut haben. Bis sie kein Geld mehr hat und auch der Mut sie verlässt. Denn es ist eine Reise ohne Wiederkehr, eine Reise in das Herz der Verzweiflung.

Meine Meinung
Gerade habe ich dieses Buch beendet, emotional bin ich noch stark betroffen. Veronique Olmi hat dieses Buch aus der Sicht der Mutter geschrieben, sie ist in ihr Innerstes geschlüpft und hat es wertungsfrei sichtbar gemacht. Dadurch entstand für mich eine unnatürliche Nähe zu dieser Romanfigur. Ihre Ängste, ihre Nöte und ihre Verzweiflung wurden fast körperlich spürbar. Ich fühlte mich auf eine ganz besondere Weise in das Geschehen involviert, ich empfand Hilflosigkeit und fragte mich, hat sie wirklich niemanden, der ihr zur Seite stehen kann. Recht schnell war mir klar, wie dieses Buch ausgehen könnte, aber die letzten 10 Seiten haben mich dann doch fast überwältigt.

Dieses Buch ist ein ganz besonderes Buch. Es umfasst nur 120 Seiten, aber jede einzelne Seite besticht durch die brillante Schreibweise Veronique Olmi’s, die die Tiefe in der Hoffnungslosigkeit darstellen kann wie kaum ein anderer Autor. Trotz der beklemmenden Stimmung habe ich dieses Buch sehr gern gelesen.

OT: Bord de mer
Taschenbuch:
125 Seiten
Verlag: Btb
ISBN-13: 978-3442732296
Gelesen: Januar 2008

 

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