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29.1.2008 von Karthause.

Am 16. Februar 2008 liest Peter Scholl-Latour aus seinem neuesten Buch „Zwischen den Fronten“ im Frankfurter Kleist-Forum. Heute habe ich 2 Karten für diese Veranstaltung bekommen. Ich freue mich riesig.
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28.1.2008 von Karthause.

Traum im Polarnebel
Juri Rytchëu
Broschiert: 369 Seiten
Verlag: Unionsverlag
ISBN-13: 978-3293203518
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Im Jahr 1911 zog es John MacLennan, der bisher in der Nähe des Ontariosees in Kanada lebte, in die Ferne. Er lernte den Kapitän des Walfangschiffes „Belinda“, Hugh Grover, kennen. Gemeinsam träumten sie davon als erste bis zur Mündung des sibirischen Stromes Kolmya vorzustoßen. Auf der Fahrt durch das Eismeer achteten sie weder auf das Wetter noch auf den Kalender und blieben im Eis vor der nordostsibirischen Küste stecken. Beim Versuch, das Schiff freizusprengen, erlitt John einen folgenschweren Unfall. Die nächste Krankenstation war 30 Tagesfußmärsche entfernt. Die eingeborenen Tschuktschen sollten helfen und John mit dem Hundeschlitten zum Arzt fahren. Kapitän Grover versprach ihnen Winchesterbüchsen und Orwo, Toko und Armol machten sich mit John auf den Weg. Als sie feststellten, dass John der Wundbrand befallen hatte, brachten sie ihn zu Kelena, der Schamanin. John sieht einer ungewissen Zukunft entgegen. Was hatten die Wilden, die er misstrauisch und vorurteilsbehaftet betrachtete, mit ihm vor? Zwangsweise musste er bei dem fremden Volk mit den für ihn unbekannten Traditionen überwintern. Aber diesem einen Winter folgten viele weitere.
„Traum im Polarnebel“ ist ein Roman der ganz besonderen Art. Ganz schlicht und leise erzählt Juri Rytchëu die Geschichte des Kanadiers John MacLennan, dem nach seinem schweren Unfall die Hilfe der Tschuktschen zuteil wurde. Er berichtet von gegenseitigem Misstrauen und vorhandenen Vorurteilen, aber auch von tiefer Freundschaft. Dieser Roman kommt ohne jede Actionszene und Effekthascherei aus, dafür besticht er durch beeindruckende Naturbeschreibungen. Rytchëu, selbst Tschuktsche und Kenner beider Kulturen, schildert das Leben seines Stammes im Einklang mit der unberührten Natur, er erzählt von der „Weißen Frau“, der Urmutter aller Tschuktschen, beschreibt Bräuche und Sitten. Aber er romantisiert das Leben im Polarklima nicht, er zeigt in seinen Alltagsbeschreibungen deutlich auch die Härte des Lebens und die Nachteile gegenüber der „zivilisierten“ Lebensweise.
Die Sprache des Autors ist einfach, ruhig und einfühlsam, aber die Gedanken gehen sehr tief. An John MacLennans Schwierigkeiten, in der neuen Umgebung klar zu kommen, wird der Unterschied zwischen den verschiedenen Lebensformen sichtbar. Die Frage nach den wahren Werten im Leben des Menschen wird unausweichlich. Ich kann nun meinen Lieblingsbüchern ein weiteres hinzufügen und freue mich auf weitere Bücher dieses Autors.
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26.1.2008 von Karthause.

Witwe im Wahn. Das Leben der Alma Mahler-Werfel
Oliver Hilmes
Gebundene Ausgabe: 475 Seiten
Verlag: Siedler
ISBN-13: 978-3886807970
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„Sie war dreimal verheiratet. Vermählt war sie nur einmal. Vermählt mit ihrem Leben. Mit ihrem eigenen Leben. Dieses Leben hatte ihren Stil, ihren eigenen Wert, ihre Würde, ihre Großzügigkeit.“ Soma Morgenstern in seiner Trauerrede (Seite 419 in o.g. Biografie)
Alma Schindler wurde 1879 in Wien geboren. Schon in sehr jungen Jahren starb ihr Vater. Dieser Verlust prägte ihr Leben. Die neue Ehe der Mutter mit dem Komponisten Carl Moll sah sie als Verrat am geliebten Vater, ebenso die Geburt ihrer Halbschwester.
Im Jahr 1902 ging sie ihre erste Ehe mit dem 21 Jahre älteren Gustav Mahler ein, der die Ehe mit Walter Gropius, die später geschieden wurde und die Ehe mit Franz Werfel folgten.
Im weiteren Verlauf seiner Biografie legt der Autor den Schwerpunkt auf die Ehen, die diversen Affären und das gesellschaftliche Leben der Alma Mahler-Werfel. Oliver Hilmes analysierte Alma, wie sie nach außen erschien, versucht das Phänomen der Wirkung ihrer Persönlichkeit zu ergründen. Aber dem Menschen hinter der Fassade widmet er trotz der offensichtlich sehr umfangreichen Recherche für meine Vorstellungen zu wenig Aufmerksamkeit. Er reduziert sie auf ihre Neurosen, ihre hysterische Persönlichkeitsstruktur, ihre Machtbesessenheit, ihren Judenhass und ihr Liebesleben. Der Freundes- und Bekanntenkreis Almas umfasst die Größen des kulturellen und politischen Lebens im deutschen Sprachraum in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Alma Mahler Werfel erscheint mir als ewig Suchende. Sie war auf der Suche nach echter Zuneigung und Liebe. Vor allem suchte sie aber nach dem Sinn des Lebens, dem sie sich in jungen Jahren im Komponieren eigener Musikstücke näherte. Sie fand nie ihre innere Mitte, war ihr Leben land unausgeglichen, herrschsüchtig und suchte ihre Bestätigung durch zahllose Liebschaften. Alma Mahler-Werfel wurde schon zu Lebzeiten zu einem Mythos, zu einem, der umstrittener nicht sein könnte. Sie starb 1964 in New York.
Oliver Hilmes Biografie der Alma Mahler-Werfel ließ sich sehr flüssig lesen. Ihm gelang es, ein durchaus glänzendes Zeitbild zu zeichnen. Einziger Kritikpunkt bleibt seine Einseitigkeit bei der Betrachtung der Alma Mahler-Werfel.
Geschrieben in 2008, Biografie/Erfahrungen | 2 Kommentare »
25.1.2008 von Karthause.
Schloss aus Glas
Jeannette Walls
Gebundene Ausgabe: 382 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe
ISBN-13: 978-3455080049
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„Ich nestelte an meiner Perlenkette und fragte mich, ob ich nicht doch zu elegant für diese Party angezogen war, als ich aus dem Taxifenster schaute und Mom sah, die gerade einen Mülleimer durchwühlte.“
Mit diesem ersten Satz fängt Jeannette Walls den Leser ein und nimmt in mit auf eine Reise in ihre eigene Vergangenheit. Sie berichtet aber nicht von einer wohl behüteten und umsorgten Kindheit, ihr Roman ist eine Art Schicksalsbewältigung.
Oft lebte die Familie Walls mit ihren vier Kindern ohne festen Wohnsitz. Hatten sie einen, mussten sie oft bei Nacht und Nebel fliehen, weil Rechnungen unbezahlt blieben oder der Vater wieder einmal in dubiose Geschäfte verwickelt war. Das Nichtvorhandensein von Lebensmitteln war an der Tagesordnung, ebenso der damit verbundene Hunger. Häufig mussten sich auch die Kinder ihre Nahrung in Mülleimern und Abfallkübeln suchen. Die Mutter scheute vor jeder Arbeit zurück. War es unumgänglich für sie arbeiten zu gehen, suchte sie schnell nach Ausflüchten, um ihr Leben als Möchte-gern-Künstlerin wieder aufzunehmen. Die Kinder blieben sich in jeder Beziehung selbst überlassen. Und doch hingen sie an ihren Eltern. Besonders die innige Liebe, die Jeannette ihrem trinkenden Vater entgegenbrachte, war für mich nicht immer nachvollziehbar. Ich empfand die geschilderte Lebenssituation der Familie stellenweise unerträglich. Des Öfteren schwankte ich zwischen Verwunderung und Entsetzen und stellte mir die Frage, kann das wirklich wahr sein? Was für die Kinder anfangs noch mit einem Hauch Abenteuer begann, die Aufenthalte in der Wüste und der Unterricht durch die Eltern hatten zweifelsohne ihre schönen Seiten, endete in chaotischsten Verhältnissen. Aber immer hatte der Vater den Traum, der Familie ein Schloss Glas zu bauen, den er jedoch nie realisieren konnte. Es war ihm oft schon unmöglich die Miete für das Haus, das nicht mehr als ein baufälliger Schuppen war, zu zahlen. Um so erstaunlicher ist es, wie die Kinder den Absprung von ihrem Außenseiterdasein schafften.
Jeannette Walls beschreibt ihre Kindheit mit sehr großer Distanz und für meinen Geschmack zu unpersönlich. Die Ereignisse wirkten wie aneinander gereiht. Das hatte zur Folge, dass ich besonders im Mittelteil des Buches ein paar Probleme hatte, Emotionen aufzubauen. Im letzten Teil war das dann wieder anders. Mit der wachsenden Hoffnung der Kinder, dem Elend zu entkommen, kam auch meine Lesefreude zurück.
Alles in Allem ist „Schloss aus Glas“ ein flüssig zu lesendes Buch mit einer interessanten Sprache, zwischen Lachen und Weinen, die aber nie weinerlich wird.
Geschrieben in 2008, Biografie/Erfahrungen | 1 Kommentar »
20.1.2008 von Karthause.
Die Analphabetin
Agota Kristof
OT: L’Analphabète
Broschiert: 75 Seiten
Verlag: Piper
ISBN-13: 978-3492249027
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„Ich kann die Wörter. Wenn ich sie lese, erkenne ich sie nicht.“
Der Klappentext des Buches war viel versprechend. Eine junge Frau flüchtet mit Mann und Kind 1956 aus Ungarn, über Österreich kommen sie schließlich in die französisch sprechende Schweiz. Ihr, die leidenschaftliche Leserin war, fehlen plötzlich die Worte. Sie fühlt sich als Analphabetin.
Kurze Knappe Sätze prägen diese Erzählung. Der Stil ist schon als minimalistisch zu bezeichnen. So blieb kaum Platz in den wenigen das Buch umfassenden Seiten, um die Gefühle der Autorin zu beschreiben und Emotionen beim Leser zu wecken. Die Geschichte von Agota Kristofs Leben beschränkt sich auf das Allerwesentlichste. Es wird kein Wort zuviel verwendet. Aber nicht immer ist weniger mehr. Ich vermisste die Tiefe in diesem Buch. Zu den in „Die Analphabetin“ beschriebenen Personen fand ich keine Beziehung. Durch die Kürze des Textes fehlte eine Charakterisierung und ihre Gesichter blieben für mich leer. Einzig die Liebe der Autorin zum geschriebenen Wort konnte zum Ende hin nachvollziehen, als sie beginnt, die neue Sprache zu sprechen und sie aber weder lesen noch schreiben kann.
Schade, aus dieser Thematik hätte deutlich mehr gemacht werden können.
Geschrieben in 2008, Biografie/Erfahrungen | Keine Kommentare »
19.1.2008 von Karthause.

Heute ist es wieder soweit, die Lesenacht in Krümels Bücherforum steht ins Haus. Wir wollten wieder einmal gemeinsam ein Buch lesen und entschieden uns für „Die Analphabetin“ von Agota Kristof. Darüber werden wir uns auch im Laufe des Abends noch austauschen. Ich bin schon sehr neugierig, wie dieses Büchlein bei den anderen Lesern ankam. Ich bin etwas enttäuscht, denn ich hatte mir deutlich mehr davon versprochen. Mehr dazu morgen.
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18.1.2008 von Karthause.
OT: We need to talk about Kevin
Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: List
ISBN-13: 9783471786796
Gelesen: Januar 2008
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Kevin Khatchadourian war kein Wunschkind. Eva, die Verlegerin von Reiseführern und Franklin, der Location-Scout, entschlossen sich für ein Kind, weil es ihrer Meinung nach zu einer perfekten Familie gehört. Doch mit der Geburt des Jungen wurde alles anders. Damit ist aber nicht nur die normale Veränderung im täglichen Leben nach der Geburt eines Kindes gemeint, die jede junge Familie trifft. Eva konnte für ihr Kind nichts empfinden, Kevin lehnte seine Mutter vom Tage seiner Geburt ab. Diese Situation zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman. Ganz anders ist das Verhältnis Evas zu ihrer Jahre später geborenen Tochter Celia.
„Wir müssen über Kevin reden“ ist ein Briefroman, eine Art Literatur, die ich nicht unbedingt bevorzuge. Aber dieser Roman ist anders. Eva schreibt in diesen Briefen ihre Sicht der Dinge an ihren (Ex-?)Mann Franklin. Darin beschreibt sie ihr Leben bevor sie Franklin kennen lernte und schildert auch, wie es zu der Entscheidung für das Kind kam und welche Zweifel sie ständig hegte. So begleitet der Leser die Familie über einen Zeitraum von fast 20 Jahren, bis Kevin dann wenige Tage vor seinem 16. Geburtstag die unfassbare Tat begeht. Er läuft an seiner Schule Amok. Aus dem Klappentext ging das schon hervor und mit diesem Wissen ausgerüstet, bewertete ich beim Lesen jedes Problem, das bei Kevins Entwicklung auftrat. Mit Eva und ihrer Auffassung, Kevin sei von Geburt an böse, konnte ich mich den ganzen Roman über nicht richtig anfreunden. Unzufrieden war ich über weite Strecken, dass in den Briefen von Eva nie Bezug auf eine Antwort Franklins genommen wurde, auch das löst sich zum Ende hin auf.
Zu Beginn des Buches konnte ich mich nicht so einfach in Evas Gedankenwelt einfühlen. Ihre Art mit Kevin umzugehen, war für mich manchmal schwer nachzuvollziehen. Aber in ihren Briefen gibt sie Erklärungen ab, geht mit sich selbst ins Gericht, sucht die Ursachen für diese Schreckenstat nicht zuletzt bei sich selbst und erscheint erbarmungslos ehrlich dabei.
Lionel Shrivers Stil habe ich als sehr eindringlich empfunden. Der Roman liest sich als würde Eva über ein reales Geschehen schreiben, dem ist aber nicht so. Die Autorin hat sehr realitätsnah geschrieben. Ich habe das Buch nun schon einige Tage beendet, aber in Gedanken bin ich immer noch bei der Familie Khatchadourian. Dieses Buch ist fesselnd, berührend, erschreckend und bedrückend zugleich. Nach der letzten Seite hätte ich gern über Kevin geredet, aber auch über Eva, Franklin und Celia.
Geschrieben in 2008, Belletristik | 1 Kommentar »
17.1.2008 von Karthause.
Meine berufsbedingte Blog-Abstinenz sollte nun beendet sein. Da ich in den letzten 14 Tagen auch nur ein Buch lesen konnte, gab es allerdings auch nicht so viel zu berichten. Meine Meinung zu „Wir müssen über Kevin reden“ von Lionel Shriver werde ich in Kürze einstellen.
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4.1.2008 von Karthause.
Der Dezember war auch ein guter Lesemonat. Vikram Seth habe ich als neuen Auor für mich entdeckt. Ich habe mein erstes Wanderbuch gelesen. Das macht irre Spaß, die Kommentare und Randnotizen der VorleserInnen in das eigene Lesen einzubeziehen.
544 Seiten Zwei Leben – Vikram Seth
224 Seiten Weihnachtsgeschichten – Selma Lagerlöf
544 Seiten Abbitte – Ian McEwan
670 Seiten Das Leben meiner Mutter – Oskar Maria Graf
253 Seiten Kokain – Pitigrilli
2.235 gelesene Seiten im Dezember 2007
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1.1.2008 von Karthause.
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Klappentext
Eine Mutter bricht mit ihren beiden Söhnen zu einer Reise auf. Neun der Große, fünf der Kleine. Sie freuen sich, aber es ist ihnen auch unheimlich. Sie waren noch nie weg, und Ferien sind auch nicht. Was wird die Lehrerin sagen?
Sie nehmen den Nachtbus, das ist billiger. Und aufregend. Aber die Mutter hat Kevins Einschlaftuch vergessen, und Stan zählt angstvoll das Restgeld aus der Teedose. Es wird nicht lange reichen.
Auch die Mutter weiß das, aber sie ist fest entschlossen: Ihre Kinder sollen das Meer sehen, wenigstens einmal. Das Meer. Da spielt es keine Rolle, wie verlassen und trostlos der kleine Küstenort im Winter ist und dass der Regen die Kleider schwer macht und dass sie von ihrem Hotelzimmer auf eine Betonwand schauen, nicht auf den Strand. Schwieriger ist, dass sie Stan nicht in die Augen sehen kann, der versucht stark zu sein für den kleinen Bruder und auch für sie, seine Mutter. Der sich schämt, wenn sie mit dem Kleingeld aus der Teedose zahlen, das niemand will. Stan, der seine Mutter noch beobachtet, wenn sie schläft. Damit sie nicht allein ist, wenn sie aufwacht und die Panik wiederkommt. Und ihr alles entgleitet.
Diese Reise hat sie geplant, auch wenn sie sonst nie planen kann. Sie werden ans Meer gehen und abends auf die Kirmes. Die Kinder sollen es gut haben. Bis sie kein Geld mehr hat und auch der Mut sie verlässt. Denn es ist eine Reise ohne Wiederkehr, eine Reise in das Herz der Verzweiflung.
Meine Meinung
Gerade habe ich dieses Buch beendet, emotional bin ich noch stark betroffen. Veronique Olmi hat dieses Buch aus der Sicht der Mutter geschrieben, sie ist in ihr Innerstes geschlüpft und hat es wertungsfrei sichtbar gemacht. Dadurch entstand für mich eine unnatürliche Nähe zu dieser Romanfigur. Ihre Ängste, ihre Nöte und ihre Verzweiflung wurden fast körperlich spürbar. Ich fühlte mich auf eine ganz besondere Weise in das Geschehen involviert, ich empfand Hilflosigkeit und fragte mich, hat sie wirklich niemanden, der ihr zur Seite stehen kann. Recht schnell war mir klar, wie dieses Buch ausgehen könnte, aber die letzten 10 Seiten haben mich dann doch fast überwältigt.
Dieses Buch ist ein ganz besonderes Buch. Es umfasst nur 120 Seiten, aber jede einzelne Seite besticht durch die brillante Schreibweise Veronique Olmi’s, die die Tiefe in der Hoffnungslosigkeit darstellen kann wie kaum ein anderer Autor. Trotz der beklemmenden Stimmung habe ich dieses Buch sehr gern gelesen.
OT: Bord de mer
Taschenbuch: 125 Seiten
Verlag: Btb
ISBN-13: 978-3442732296
Gelesen: Januar 2008
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