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31.12.2007 von Karthause.
Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass
Ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre was
Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
Und Kraft zum Handeln - das wäre gut
In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht
Und viel mehr Blumen, solange es geht
Nicht erst an Gräbern - da blühn sie zu spät
Ziel sei der Friede des Herzens
Besseres weiß ich nicht
Gedicht zum neuen Jahr aus “Mein Lied” von Peter Rosegger
Geschrieben in Allgemeines | Keine Kommentare »
31.12.2007 von Karthause.
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„Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.“ Psalm 90, Vers 10
Am 01. November 1857 wurde Theres (Resl) Heimrath, verheiratete Graf, unweit des Starnberger Sees geboren. Sie war das vierte von neun Geschwistern. Graf erzählt in diesem Buch aber nicht nur vom Leben seiner Mutter, sondern auch vom Leben seines Vaters, seiner Großeltern und seiner Geschwister. Der zweite Teil des Buches ist stark autobiografisch geprägt, denn von da an erzählt Graf auch die Geschichte seines Lebens.
Er beschreibt das Leben der einfachen Leute und zeigt die Härte und Mühsal des Alltags ungeschönt auf. Er berichtet vom Glauben und vom Aberglauben, vom Festhalten wollen an Bewährtem und der Furcht vor Neuerungen. Gleichzeitig beschreibt er in gut bemessenen Einschüben das Zeitgeschehen. Er zeigt auf das ausschweifende Leben am Hof Ludwig II., benennt die Folgen der Politik Bismarcks und der deutschen Kaiser und wirft einen kritischen Blick auf den aufkeimenden Nationalsozialismus einschließlich der Folgen der Machtergreifung der Nazis. All dies verbindet er eng mit dem Leben der Grafs und der Heimraths.
Oskar Maria Graf hat ein sehr ruhiges Buch ohne jede romantische Verklärung geschrieben. Vieles was er beschreibt, erscheint unter heutigen Umständen unvorstellbar (es sind ja nur etwa 100 Jahre vergangen) und die Frage, wie hätte ich mich in der damaligen Zeit unter diesen Bedingungen und mit der entsprechenden Erziehung geschlagen, drängte sich mir mehrmals auf. Aber nicht nur von der Härte der Arbeit wird berichtet, auch die Sitten und der Umgangston sind rau und ungewohnt. Als die Grafs es mit ihrer Bäckerei „geschafft“ hatten, hätte Resl problemlos ein leichteres Leben führen können, aber sie arbeitet unermüdlich. Sie kann nicht anders. Arbeiten und Beten sind für sie der Lebensinhalt.
„Sie will gar nicht, daß es ihr einmal gut geht. … sie hat gar nie richtig gelebt wie ein anderer Mensch.“ S. 508/509
Bemerkenswert fand ich wie Graf die Personen in diesem Buch zeichnete. Jeden einzelnen Charakter brachte er mir nahe. Resl mit ihrer Duldsamkeit und Frömmigkeit hat mich ebenso beeindruckt wie ihr derber Maxl.
„Das Leben meiner Mutter“ habe ich über die Weihnachtsfeiertage gelesen. Es war ein sehr passendes Buch für diese besinnliche Zeit. Ein Buch, das nachdenklich werden lässt und bei dem man den eigenen Wohlstand schätzen lernt. Es war ein Buch an das ich auch in hektischeren und stressbeladeneren Tagen gern zurück denken werde.
“Wenn alle meine Bücher vergehen, dieses Buch schreibt mir keiner nach und dies Buch bleibt. Dös glaub’ i bestimmt.” Oskar Maria Graf über „Das Leben meiner Mutter“
Taschenbuch: 670 Seiten
Verlag: Dtv
ISBN-13: 978-3423100441
Gelesen: Dezember 2007
Geschrieben in 2007, Biografie/Erfahrungen | 2 Kommentare »
30.12.2007 von Karthause.
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Nachdem dieses Buch in aller Munde war und nun auch noch verfilmt wurde, wollte ich mir meine eigene Meinung bilden.
Die 13-jährige Briony spielt auf Grund ihrer noch kindlichen Fantasie, ihrer Unaufgeklärtheit und ihrer unterschwellig vorhandenen Eifersucht Schicksal. Die Mutter liegt migränegeplagt im Bett und macht sich über ihre morbide Welt recht eigene Gedanken. Die Schwester Cecilia ist in Robbie Turner, den Sohn der Putzfrau verliebt und auf dem Landsitz der Tallis halten sich besuchsweise Lola , eine Cousine und deren Zwillingsbrüder auf. Es herrscht eine gewisse Aufregung, denn Leon, der älteste Sohn der Tallis, kommt mit seinem Freund auf Besuch.
In einem ersten Teil stellt McEwan die einzelnen Charaktere sehr ausführlich dar. Die wenigen Ereignisse werden von mehreren verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Er ergibt sich in die Beschreibung der inneren Handlung, so dass ich schon einige Geduld beim Lesen aufbringen musste. Einziger Höhepunkt der Handlung war die Fehleinschätzung von zufällig beobachteten Situationen durch die von ihrer pubertierenden Fantasie geleiteten Briony. Sie sah was sie sehen wollte und behielt ihren „ungeheuerlichen Erkenntnisse“ auch nicht für sich. Wäre nicht die sehr schöne Sprache Ian McEwans gewesen, hätte ich das Buch noch in diesem ersten Teil entnervt zur Seite gelegt. Da ich aber von verschiedenen Seiten hörte, mir würde das Buch gefallen, hielt ich durch und es hat sich gelohnt. Im 2. und 3. Teil hat sich sowohl der Aufbau als auch die Sicht geändert. Augenmerk wurde hier auf die äußere Handlung gelegt und ich konnte schon bald nicht mehr von dem Buch lassen. Inzwischen war Krieg und McEwan beschreibt die Schrecken und Gräuel auf so besondere Weise, dass auch ohne direkte Blicke auf Kampfhandlungen eine Gänsehautgefühl entstand. Aber auch die Leiden der in London zurückgebliebenen beschreibt er realistisch und erstmalig musste ich Briony, die mir ja von Beginn des Buch an nicht gerade sympathisch war, Respekt zollen. Als Lernschwester wird sie mit den Folgen des Krieges direkt konfrontiert. Eigentlich wollte sie ja Schriftstellerin werden und diese für sie „niedere“ Tätigkeit ist ihre Form der Abbitte für die Schuld, die sie vor Jahren auf sich geladen hat.
Herausragend aber ist das Ende des Buches, das McEwan für den Leser bereit hält. Es war alles andere als vorhersehbar. Ich musste den Schluss zweimal lesen, ehe ich zwischen den Fiktionen das wirkliche Ende der Handlung fand, das war fast schon genial.
Mein Fazit: Ich hätte nach einem zähen Einstieg in dieses Buch nicht erwartet, eine so beeindruckende Lektüre vor mir zu haben. Es war nicht mein letztes Buch, dass ich von diesem Autor gelesen habe. Und schon aus reiner Neugier, wie dieses Buch filmisch umgesetzt wurde, werde ich mir den Film wohl auch ansehen.
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Diogenes
ISBN-13: 978-3257233803
Gelesen: Dezember 2007
Geschrieben in 2007, Belletristik | 1 Kommentar »
26.12.2007 von Karthause.
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Im Jahr 1969 kommt Vikram Seth von Indien nach London, um dort zu studieren. Unterkunft findet er bei seinem Onkel Shanti und dessen deutschen Frau Henny, einer Jüdin. Beide lernten sich während Shantis Studienzeit im Berlin der 1930-er Jahre kennen. Das anfangs recht distanzierte Verhältnis zu Onkel und Tante weicht nach und nach einer innigen Verbundenheit.
Als Henny in den 80-er Jahren stirbt, bleibt Vikram Seth bei Shanti und in ihm reift der Entschluss, das bewegte Leben dieser zwei großartigen Menschen in einer Biografie aufzuarbeiten.
Durch die ausführlichen Interviews mit seinem Onkel, die Befragung anderer Zeitzeugen und die Sichtung der Briefe und persönlichen Unterlagen nähert sich Vikram Seth den Verwandten an. Er beschreibt das Leben Shantis und seiner Familie in Indien und seinen Weg bis nach London. Er zeigt die Schwierigkeiten auf, denen die Jüdin Henny in Nazideutschland ausgesetzt war, bis es ihr endlich, 6 Wochen vor Kriegsbeginn, gelang, nach Großbritannien zu fliehen.
Eng verbunden mit dem Leben von Shanti und Henny verarbeitet der Autor gekonnt die historischen Fakten. So entstand mit der Biografie ein beeindruckendes Zeitbild des 20. Jahrhunderts. Seth beschränkte sich aber nicht allein auf die Aufzählung geschichtlicher Ereignisse, er analysierte und zog äußerst interessante Schlussfolgerungen, die dieses Buch noch bereichern. Grundlage dafür kann nur eine äußerst akribische Recherche sein.
Es war nicht immer einfach, sich im weit gefächerten Freundeskreis von Shanti und Henny zurecht zu finden, oder die indischen Familienverhältnisse sofort zu durchschauen, da mir bei den ausführlichen Erzählungen Vikram Seths manchmal der rote Faden etwas verschwamm.
Mit dieser Biografie setzt er den beiden ein Denkmal. Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt , ich habe Zugang zum Leben zwei mir völlig fremder Menschen bekommen. Während des Lesens wurden sie zu meinen Freunden. „Zwei Leben“ ist die eindrucksvollste Biografie, die ich bisher gelesen habe, vielleicht auch deshalb, weil nicht das Leben von berühmten Künstlern oder Politikern beschrieben wurde, sondern das Augenmerk auf ganz „normalen“ Mitmenschen gelegen hat.
Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, besonders gut hat mir die Sicht des Autors auf die Rolle Deutschlands im Verlauf des letzten Jahrhunderts gefallen. Seine Gedankenansätze waren es wert länger darüber nachzudenken. Vikram Seth ist ein großer Erzähler, ich freue mich auf die weiteren Bücher, die ich von ihm unbedingt lesen möchte.
Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Fischer (S.), Frankfurt
ISBN-13: 978-3100725219
Gelesen: Dezember 2007
Geschrieben in 2007, Biografie/Erfahrungen | Keine Kommentare »
24.12.2007 von Karthause.
… Besuchern meines Blogs frohe und friedliche Weihnachten, ein paar Tage Gemütlichkeit, Zeit zum Ausspannen und Muße für ein gutes Buch.

Geschrieben in Allgemeines | 1 Kommentar »
24.12.2007 von Karthause.
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Kein Blümchen blüht im Garten mehr
Kein Blümchen blüht im Garten mehr,
das unser Herz erfreuet;
verstummt ist längst der Vögel Heer,
das Feld ringsum beschneiet.
Doch bringt der raue Wintersmann
Auch manche schöne Freude,
und wer es nur erwarten kann
dem brennt ein Bäumchen heute!
So mag’s denn draußen frieren, schnei’n,
im Stübchen hier ist Frieden,
und reiche Gaben, groß und klein,
hat Liebe mir beschieden.
Drum klopft vor Freude mir das Herz
Und dank für eure Liebe,
entfernt von euch sei jeder Schmerz
und euer Blick nie trübe.
Und tat ich oft mit leichtem Sinn
Nicht immer, was ich sollte,
so nehmt den guten Willen hin,
der euch nie kränken wollte.
Ernst Anschütz 1780 - 1861
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23.12.2007 von Karthause.
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Seit Tagen lag ein gelbes Päckchen versteckt im Kleiderschrank meines Mannes. Meine Neugier war groß. Aber mit entsprechender Unterstützung habe ich es nicht vorzeitig geöffnet, denn abgemacht war der 4. Advent. Heute früh kam dann der spannende Moment. Als erstes lachte mich eine Tüte mit lecker duftenden Plätzchen an. (Inzwischen kann ich auch sagen, dass sie mindestens ebenso gut schmecken.) Darunter, liebevoll verpackt, kam ein Buch zum Vorschein. „Traum im Polarnebel“ von Juri Rytchëu hat mir mein Wichtel geschenkt. Das war eine wirkliche Überraschung. Denn ich hatte weder von diesem Buch noch von diesem Autor jemals zuvor etwas gehört. Schnell wurde recherchiert und schon nach dem Lesen des Klappentextes wurde mir klar, dieses Buch könnte ein wirklicher Leckerbissen werden. Ich werde euch meine Leseeindrücke in wenigen Wochen mitteilen.
Geschrieben in Allgemeines | Keine Kommentare »
21.12.2007 von Karthause.
Foto: wdr
Am 21. Dezember 1917 wurde Heinrich Böll in Köln geboren. Heute wäre er 90 Jahre alt geworden. Für mich ist er einer der ganz großen deutschen Literaten. „Wo warst du, Adam?“, „Ansichten eines Clowns“ oder „Gruppenbild mit Dame“ sind unvergessen. Mein ganz persönlicher Favorit ist „Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“. Dieses Buch habe ich in einer Ausgabe vom Insel-Verlag Leipzig aus dem Jahr 1975. Es wurde schon mehrmals gelesen und es ist eines meiner Lieblingsbücher.
Foto: CD-Cover
Der Liedermacher Reinhard Mey wurde am 21. Dezember 1942 geboren. Heute ist sein 65. Geburtstag. Von keinem anderen Künstler stehen in unserem CD-Regal so viele CD’s. Die Karten für sein Konzert im Rahmen seiner Bunter-Hund-Tournee am 1. Oktober 2008 liegen schon bereit. Ich gratuliere ihm ganz herzlich.
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16.12.2007 von Karthause.

Zum Vorlesen und Selberlesen: der zweite Band der Lagerlöf-Edition im dtv zum 150. Geburtstag der großen schwedischen Autorin am 20. November 2008. Es ist vor allem der Sagen- und Märchenschatz der skandinavischen Heimat, den Selma Lagerlöf festhält, um den Zauber der winterlichen Festzeit einzufangen. In schlichter Sprache erzählt, begleiten diese Geschichten seit Generationen viele Menschen. In einer Zeit, in der Kommerz und Profitstreben die Advents- und Weihnachtszeit dominieren, treffen diese spannenden und stimmungsvollen Erzählungen mitten ins Herz und laden zum Innehalten und Träumen ein. Die vorliegende Sammlung wurde eigens für die Taschenbuchausgabe zusammengestellt und mit einem Nachwort von Holger Wolandt versehen.
Mein Fazit: Selma Lagerlöfs „Weihnachtsgeschichten“ sind eine Auswahl von 12 ihrer liebsten Geschichten. Die meisten sind über 100 Jahre alt. Die schwedische Nobelpreisträgerin schreibt über ihre heimischen Bräuche, die Bedeutung der Nächstenliebe und den Wunsch nach einem geruhsamen und friedvollen Weihnachtsfest. Dieses Buch in seiner fast schon naiven Schreibweise erinnert an eine gute alte Zeit, mit weißhaarigen Großmüttern, die den Kindern Geschichten erzählen oder vorlesen, an eine Zeit ohne dieses hektische Alltagstreiben und ohne Konsumwahn. Eine große innere Ruhe kehrt beim Lesen der so warmherzigen Geschichten ein. Diese Geschichten sind nostalgisch aber nicht kitschig. Mit einem Wort: schön. Mit diesem Buch habe ich ein sehr gute Wahl getroffen. Dem Klappentext kann ich nichts mehr hinzufügen. Er spricht für sich und trifft es genau.
Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Dtv
ISBN-13: 978-3423136037
9,50 EUR
Geschrieben in 2007, sonstiges | Keine Kommentare »
15.12.2007 von Karthause.
Weihnachtsgeschichten
Selma Lagerlöf
Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Dtv
ISBN-13: 978-3423136037
Heute ist wieder Lesenacht im Krümels Bücherwelt. Sie steht unter dem Motto „Winter/Schnee/Weihnachten“. Ich werde „Weihnachtsgeschichten“ von Selma Lagerlöf lesen.
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14.12.2007 von Karthause.

London. Die Biografie
Peter Ackroyd
Gebundene Ausgabe: 850 Seiten
Verlag: Knaus
ISBN-13: 978-3813501896
Der siebente Brunnen
Fred Wander
Broschiert: 165 Seiten
Verlag: Dtv
ISBN-13: 978-3423134880
An meine Tochter
Philippe Claudel
Broschiert: 107 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb. (August 2006)
ISBN-13: 978-3499242366
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10.12.2007 von Karthause.
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Doris Lessing (Foto: Wikipedia)
Am heutigen 10. Dezember 2007 wurde in Stockholm der englischen Schriftstellerin Doris Lessing der diesjährige Literaturnobelpreis verliehen. An der Festveranstaltung konnte Doris Lessing krankheitsbedingt nicht teilnehmen.
Der Literaturnobelpreis wurde im Jahr 1901 erstmalig vergeben. Seitdem erhielten 11 Schriftstellerinnen dieses Preis.
Die Schwedische Akademie sieht in Doris Lessing „die Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat“.
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9.12.2007 von Karthause.
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Rafik Schami (Foto: Wikipedia)
Rafik Schami wurde heute mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet.
«Rafik Schami ist ein lebenslustiger Vermittler zwischen den Welten», hieß es in der Begründung der Jury. In umgänglicher, freundlicher Form werbe er für wechselseitiges Verständnis und setze sich seit Jahren für die Aussöhnung zwischen Israel und Palästina ein. «Seine zahlreichen Geschichten, Essays und Romane sind einfallsreich und bilderstark.» Die Laudatio hielt die Literaturkritikerin Meike Feßmann. (Quelle: Yahoo-Nachrichten)
In meinem Bücherregal steht von Rafik Schami „Die dunkle Seite der Liebe“ - leider bisher ungelesen.
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6.12.2007 von Karthause.
Der November war ein außergewöhnlicher Lesemonat für mich. Alle gelesen Bücher haben mich auf ihre Art in den Bann gezogen. Besonders hervorheben möchte ich „Eine Frage der Zeit“ von Alex Capus und „Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung“ von Philippe Claudel als absolute Highlights.
126 Seiten Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung – Philippe Claudel
278 Seiten Leben wär’ eine prima Alternative – Maxie Wander
317 Seiten Sei froh, dass du lebst – Asta Scheib
576 Seiten Hexenkind - Sabine Thiesler
304 Seiten Eine Frage der Zeit - Alex Capus
125 Seiten Tannöd - Andrea Maria Schenkel
311 Seiten Schmidt - Louis Begley
238 Seiten Die grauen Seelen - Philippe Claudel
2.275 gelesene Seiten
Geschrieben in Lese-Statistik | 3 Kommentare »
5.12.2007 von Karthause.
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“Ich kenne keine Schweine und keine Heiligen. Nichts ist ganz schwarz oder ganz weiß; das Grau setzt sich durch. So ist es auch bei den Menschen und ihren Seelen.“ (Seite 114)
1917 in einem kleinen Ort im Osten Frankreichs nahe der Stadt V(erdun). Die Front ist nahe, die Auswirkungen sind direkt zu spüren, aber in dem Örtchen geht das Leben seinen üblichen Gang. Claudel lässt den Ich-Erzähler, der der Dorfpolizist ist, viele Jahre nach dem Mord an der zehnjährigen Belle de jour, der Tochter des Wirts, das Leben und Denken der Gemeindebewohner schildern. Dabei versucht zu ergründen, wer hinter dieser grausamen Tat steckt. Mehr möchte ich von der Handlung hier nicht vorweg nehmen, ich liefe Gefahr, zuviel zu verraten.
„Die grauen Seelen“ hat mir sehr gut gefallen, es ist eines der Bücher, dem ich viele Leser wünsche. Habe ich vorher schon einmal ein Buch gelesen, in dem die Seelen der Darsteller förmlich seziert wurden? Ich glaube nicht. Auch das Ergebnis irritierte mich nicht, denn im Seelenleben der Menschen gibt es kein Schwarz oder Weiß, es ist eher eine Mischung aus beidem, mal etwas heller, mal etwas dunkler gehalten. Interessant fand ich auch, wie Claudel einigen Personen, u.a. dem Staatsanwalt, der Lehrerin, dem Wirt, dem Bürgermeister, mehr Aufmerksamkeit in diesem Roman schenkte. Sie wurden mir wirklich nahe gebracht. Claudel hat mit „Die grauen Seelen“ ein dichtes, sehr sensibles Buch geschrieben, das von einer tiefen, bis zur Hoffnungslosigkeit reichenden Traurigkeit geprägt ist und dessen Leitgedanke sein könnte, keiner ist ohne Schuld.
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Rowohlt, Reinbek
ISBN-13: 978-3498009304
Gelesen: November 2007 in Krümels Book-Club
Geschrieben in 2007, Zeitgenössisch | Keine Kommentare »
4.12.2007 von Karthause.
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Albert Schmidt, von allen seit der Kindheit Schmidtie genannt, hat sich als Anwalt einer renommierten New Yorker Kanzlei wegen der Krebserkrankung seiner Frau frühpensionieren lassen. Danach brach seine Welt zusammen. Seine Frau starb und nur ein halbes Jahr später eröffnete ihm seine Tochter Charlotte, den jungen Anwalt Jon Riker zu heiraten. Schmidt hatte diesem jungen Mann zwar den Weg in der Kanzlei geebnet. Aber als Schwiegersohn lehnt er ihn rigoros ab. Für Schmidt ist er ein banaler Streber und unkultivierter Karrierist, was aber für ihn noch schwerer wiegt, Riker ist Jude. Charlotte passt sich sehr schnell der neuen Familie an und schon bald haben sich Vater und Tochter nichts mehr zu sagen, es bleiben nur noch unerfreuliche Diskussionen über Charlottes Geldforderungen. Schmidt steckt mitten in einer tiefen Lebenskrise als er die junge Kellnerin Carrie kennen lernt.
Zu Beginn des Buches hatte ich ein paar Schwierigkeiten, mich an dieses Buch zu gewöhnen. Es war mir zu finanz- und steuerlastig. Aber nach dem ersten Drittel las es sich fast von allein. Wie von Begley nicht anders gewöhnt, ist auch „Schmidt“ ein eher ruhiges Buch. Die Einsamkeit des Protagonisten nach seiner Pensionierung stellte er überzeugend und einfühlsam dar. Schmidts Lebenskrise ist für mich sehr nachvollziehbar, er ist einsam, die sozialen Kontakte pflegte früher seine Frau, er hat Probleme diese Kontakte aufrecht zu erhalten. Seine Einsamkeit war teilweise fast körperlich zu spüren, ein Thema, das heute aktueller denn je ist. Es hat mich sehr berührt.
Schmidts Unscheinbarkeit, seine Unentschlossenheit, seine Passivität, überhaupt sein ganzes Verhalten kommen nicht immer sympathisch rüber, werden von Begley aber sehr lebendig und greifbar geschildert.
Auch Schmidts Tochter, Charlotte, wurde von Louis Begley sehr eindrucksvoll beschrieben. Ihr Vater existiert für sie nur noch als Finanzier ihrer geplanten Hochzeit. Dabei erwartet sie, dass er keine Schwierigkeiten macht, alle ihre Wünsche akzeptiert und letztendlich auch finanziert. Sie war für mich die Antiperson des Romans.
Das Ende hat mit gut gefallen. Ich empfand es nicht als hoffnungslos. Nun bin ich auf “Schmidts Bewährung” gespannt.
Taschenbuch: 311 Seiten
Verlag: Suhrkamp
ISBN-13: 978-3518395004
Gelesen: November 2007 in Krümels Book-Club
Geschrieben in 2007, Zeitgenössisch | Keine Kommentare »
3.12.2007 von Karthause.

„Der Marsch“ und „Ragtime“ von E. L. Doctorow sowie „Weihnachtsgeschichten“ von Selma Lagerlöf sind die Folge eines Buchhandlungsbesuches in Lübeck.
Außerdem kam die „Danziger Trilogie“ von Günter Grass mit der Post. Leider habe ich die passende Abbildung dazu nicht finden können.
Geschrieben in Allgemeines | 3 Kommentare »