Asta Scheib - Sei froh, dass du lebst!

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In den letzten Kriegsmonaten prägen Bombenangriffe auf Attenberg im Bergischen Land das Leben der 7-jährigen Agnes. Sie kennt nichts anderes als Krieg. Dann ist er auf einmal vorbei, aber ihre Heimatstadt liegt in Trümmern und die Familie muss hungern. Agnes, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, wird langsam älter und wird zu einer guten Beobachterin ihrer Umgebung. Sie erzählt ganz ungezwungen, immer in einem einfach gehaltenen Stil, der die Gedanken einer Heranwachsenden am besten widerspiegelt, vom Alltag in ihrem kleineren und größeren Umfeld. Dabei wird ein Stück Zeitgeschichte auf eine eindrucksvolle und vor allem glaubwürdige Weise beschrieben, Leser, die diese Zeit nicht miterlebten, können sich während der Lektüre ein recht passables Bild vom Leben und Denken im Nachkriegsdeutschland machen. Gefallen haben mir die teils unbequemen Fragen, die Agnes z. B. zum Verbleiben des jüdischen Mannes von Ines Simon stellt und wie sie sich gegen das Schweigen wehrt.

Obwohl ich mit Agnes selbst in diesem autobiographisch geprägten Roman nicht so richtig warm wurde, hat mir das Buch recht gut gefallen. Am Beispiel des Ortes Attenberg ließ Asta Scheib die deutsche Nachkriegszeit Revue passieren. Die Beschreibungen dieser Zeit waren eindringlich, einfühlsam, informativ und sehr interessant. Damals wurde nicht diskutiert oder gejammert, jeder packte mit an und das Wirtschaftswunder begann zu werden. „Sei froh, dass du lebst“ ist ein Roman mit einem ernsten Hintergrund, der aber auch mit einem Augenzwinkern aufwarten kann.

Gebundene Ausgabe: 317 Seiten
Verlag: Rowohlt, Berlin (2001)
ISBN-13: 978-3871344213
Gelesen: November 2007

 

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