Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Karthauses bunte Bücherwelt für November, 2007.
29.11.2007 von Karthause.

Gestern war in unserem Cinestar wieder LadiesNight. Auf dem Spielplan stand die Preview von “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“. Gemeinsam mit fünf Kolleginnen machten ich mich auf den Weg, sozusagen zur Weiterbildung. Vor dem Film gab es das obligatorische Gläschen Prosecco. Dann waren wir bereit. Nein, einen Film mit Niveau und Tiefgang hatten wir nicht erwartet. So ein Film war es dann auch nicht. Es ging um die Evolution, um Missverständnisse und genetische Veranlagungen. Männlein und Weiblein bekamen ihr Fett gleichermaßen weg. Wir amüsierten uns eineinhalb Stunden köstlich und konnten Lachen bis uns alles weh tat. Die Krönung war allerdings Uwe Ochsenknechts Auftritt in dem Film als Weltenb(f)ummler.
Allein auf dem Sofa hätte ich diesen Film wahrscheinlich nur öd gefunden. Aber an so ein Frauenabend mal über Klamauk hemmungslos zu lachen, war wirklich entspannend.
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28.11.2007 von Karthause.

Im Auftrag des Literaturmagazins „Bücher“ befragte das forsa-Institut 1.006 Bundesbürger über 18 Jahre nach ihrem Lieblingsmärchen.
Bei 13 % der Befragten war „Schneewittchen“ das beliebteste Märchen. Mit jeweils 8 % folgten „Aschenputtel“ und „Hänsel und Gretel“.
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26.11.2007 von Karthause.
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“Über die Jahre habe ich festgestellt, dass meine Helden gewöhnliche Menschen sind, die ungewöhnliche Dinge tun.
Was mich beschäftigt, ist immer der Mensch, der sein Leben in Würde zu leben versucht.” Alex Capus
Anton Rüter, Hermann Wendt und Rudolf Tellmann sind Arbeiter auf der Papenburger Meyer Werft. Ihr Auftrag ist es, das eben erst fertig gestellte Kanonenboot „Götzen“ wieder zu zerlegen und nach Deutsch-Ostafrika auf den Tanganjikasee zu bringen. Alle drei sind keine Abenteurer, sie erfüllen nur ihre Pflicht. Der Transport des Schiffes wird schnell abgehandelt. Ausführlich berichtet Capus dann wieder über den Aufbau des Schiffes und die Schwierigkeiten und Probleme, die sich daraus ergeben. Recht schnell können sich die Papenburger in der neuen und unbekannten Umgebung arrangieren und leben sich den Umständen entsprechen gut ein. Sie machen das Beste aus ihrer Situation. Doch dann beginnt der 1. Weltkrieg.
In einer parallelen Handlung lernt der Leser den Briten Geoffrey Spicer Simson kennen. Er ist in Afrika vom britischen Militär aufs Abstellgleis geschoben worden, wird aber nach Ausbruch des Krieges nach London zurück beordert. Er ist ein Sonderling, dem Größenwahn nicht fern ist. Der Zufall will es, dass er einen ähnlichen Auftrag wie die deutschen Werfarbeiter erhält. Er soll zwei Boote via Kapstadt an den Tanganjikasee befördern, um den Deutschen an diesem Kriegsschauplatz Paroli bieten zu können. Diese Aufgabe meistert er unerwartet souverän und bedacht. Er zeigt überraschend Führungsstärke.
Alex Capus ist ein hervorragender Beschreiber, er wertet nicht, er erzählt und das auf eine ganz besondere Art und Weise. Afrika und das Leben und Überleben auf diesem Kontinent schildert er sehr realistisch und bildhaft, dabei baut er gekonnt Situationskomik ein. Auch die Charaktere passen gut in ihre Zeit. Capus schuf lebendige Persönlichkeiten mit Eigenheiten, Stärken und Schwächen. Dabei geht aus dem Roman nicht eindeutig hervor, welche Personen wirklich lebten und welche der Fantasie des Autors entsprangen. Ein Personenverzeichnis mit entsprechenden Hinweisen, würde dieses Buch gut ergänzen. Alex Capus betreibt keine Schönfärberei und zeigt auch Probleme auf, die die Oberen mit den Einheimischen hatten und die sie auf die „altbewährte“ koloniale Weise lösten. Er bleibt mit seinem Buch eng an der historische Vorlage. Dank seiner ausgezeichneten Recherchearbeit ist ihm ein sehr authentischer Roman gelungen. Die Kapitelüberschriften waren ein Highlight für sich.
„Eine Frage der Zeit“ ist ein ruhiges Buch, das zwar den Krieg thematisiert, aber gut ohne große Gräueltaten und übermäßiges Blutvergießen auskommt. Dieser Roman ließ mich nachdenklich werden und auch schmunzeln. Wer Bücher mag, die lebensnah geschrieben sind, wird dieses Buch lieben. Es war einer der besten Romane, die ich in diesem Jahr las, für mich ein echtes Leseerlebnis.
Die „Götzen“ fährt heute noch unter dem Namen MS Liemba auf dem Tanganjikasee.
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Knaus
ISBN-13: 978-3813502725
Gelesen: November 2007
Geschrieben in 2007, Belletristik, Meine Besten | 3 Kommentare »
24.11.2007 von Karthause.
… und brachte mir :

“Glennkill” von “Mitten ins Gesicht” von Kluun
von Leonie Swann

“Gescheckte Menschen” “Die Marchesa”
von Hugo Hamilton von Simonetta Agnello Hornby
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22.11.2007 von Karthause.
Der Philosoph Diogenes aß zum Abendbrot Linsen. Das sah der Philosoph Aristippos, der ein angenehmes Leben führte, indem er dem König schmeichelte. Sagte Aristippos: Wenn Du lerntest dem König gegenüber unterwürfig zu sein, müsstest du nicht von solchem Abfall wie Linsen leben. Sagte Diogenes: Wenn Du gelernt hättest mit Linsen auszukommen, bräuchtest du nicht dem König schmeicheln.
Gehört: Radio Paradiso 18. November 2007
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20.11.2007 von Karthause.
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In einem Einödhof in Süddeutschland kam es zu brutalen Morden. Die ganze Familie Danner und das Gesinde wurden von einem unbekannten Täter erschlagen. Die Danners war nicht unbedingt das, was man als nette und beliebte Nachbarn bezeichnet. Im Dorf weiß jeder irgendetwas über sie zu berichten, nur gutes ist fast nicht dabei. So gibt es Mutmaßungen, Dorftratsch, und Spekulationen. Mit diesen Informationen konfrontiert Andrea Maria Schenkel die Leser anstelle einer durchgehenden Handlung. Die 8-jährige Betty kommt genauso zu Wort wie der Lehrer, der Pfarrer, Nachbarn, der Postbote, die Krämersfrau und andere aus der Dorfgemeinschaft. Der Leser erhält einen guten Einblick in das Gemeinschaftsleben und die Denkweise der Menschen. Für jeden, der zu Worte kommt, gibt es einen eigenen Abschnitt. So kommen die kurzen Kapitel zustande und der Lesefluss wird stark beschleunigt.
„Tannöd“ ist ein Regionalkrimi, der sich durch seine Einfachheit erfreulich von der Masse der Krimis abhebt. Auch die Sprache ist in ihrer Art für den Handlungsort typisch. Die Personen wirken dadurch authentisch und nicht aufgesetzt.
Das Ende des Buches war mit der Aufklärung des Mordes ebenso einfach gehalten wie das gesamte Buch. Für mich ist dieser Roman durchgehend stimmig gestaltet. Andrea Maria Schenkel gelang ein Romandebüt, das mich im positiven Sinne überrascht hat.
Broschiert: 125 Seiten
Verlag: Edition Nautilus
ISBN-13: 978-3894014797
Gelesen: November 2007
Geschrieben in Krimi/Thriller | Keine Kommentare »
19.11.2007 von Karthause.
Die Stadt Konstanz vergab gestern, am 18. November 2007, den „Förderpreis für junge Künstler/innen“ in den Sparten Bildende Kunst und Literatur. Dieser Preis wird in einem zweijährigen Turnus verliehen. In der Sparte Bildende Kunst wurde Yvonne Leinfelder ausgezeichnet. Nicole Vosseler erhielt ihn im Bereich Literatur. Dies freut mich ganz besonders, denn ihre Bücher sind für mich ein Garant für gute Unterhaltung. Ich habe von ihr bisher „Der Himmel über Darjeeling“ und „Südwinde“ gelesen. Beide Bücher bereiteten mir sehr angenehme Lesestunden bei gut recherchierten unterhaltsamen Geschichten.


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17.11.2007 von Karthause.
Heute gibt es für die Mitglieder in Krümels Bücherforum wieder eine Lesenacht. Wir haben beschlossen, etwas gemeinsam zu lesen. Die Wahl fiel auf „Tannöd“ von Andrea Maria Schenkel. Das Buch wartet schon seit ein paar Tagen auf seinen Einsatz. Ich bin schon gespannt und freue mich auf den heutigen Abend mit netten Leseratten und hoffentlich einem guten Buch. ![]()
Ergänzung:
Inzwischen ist es 22 Uhr. Das Buch ist ausgelesen. Ich fand es überraschend gut. Einen netten Chat dazu gab es auch noch, da aber noch nicht alle das Buch beendet hatten, konnte noch nicht wirklich eine Auswertung erfolgen. Aber um 23 Uhr steht der nächste Chat an… Bis dahin werde ich mir noch ein Glas Merlot genehmigen. Es ist ein Abend zum Genießen. Mehr zum Buch gibt es dann später.
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14.11.2007 von Karthause.

Foto: www.astridlindgren.de
Wer kennt sie nicht: Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter, Kalle Blomquist und die Kinder aus Bullerbü um nur einige meiner Helden aus Kindertagen zu nennen. Sie alle stammen aus ihrer Feder.
Astrid Lindgren wurde am 14. November 1907 auf Näs als zweites von vier Kindern des Pfarrhofpächters Samuel August Ericson und seiner Frau Hanna geboren. Mit dem Schreiben begann sie erst im Alter von 37 Jahren. Über 70 Kinder- und Jugendbücher schrieb sie, die in annähernd ebenso viele Sprachen übersetzt wurden.
Für ihre Bücher erhielt sie unter vielen anderen Auszeichnungen: Den Schwedischen Staatspreis für Literatur (1965), den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1978), den Selma-Lagerlöf-Preis (1986) und den Ehrenpreis des Alternativen Nobelpreis (1994). Im Jahr 1999 wurde Astrid Lindgren zur „Schwedin des Jahrhunderts“ gewählt.
Über ihr Wirken schreibt Lindgren selber:“Das einzige, was ich hier auf Erden zustande gebracht habe, sind eine Menge Einfälle, und es ist mir selber rätselhaft, wie man so unentwegt mit lauter, zum Teil überdies noch recht verschrobenen Einfällen leben und fast sterben kann.“
Am 28. Januar 2002 verstarb Astrid Lindgren im Alter von 94 Jahren in Stockholm.
Mein persönlicher Liebling ist immer noch „Pippi Langstrumpf“. Dieses Buch aus Kindertagen hüte ich wie einen Schatz. Auf Umwegen kam dieses Buch in meinen Bücherschrank, denn ich verbrachte im Pippi-Langstrumpf-freien Teil Deutschlands meine Kindheit. Die drei Bücher leuchteten immer in ihrem schönen Blau zwischen „Alfons Zitterbacke“ und „Käutzchenkuhle“.
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13.11.2007 von Karthause.
…rettete mein Wochenende und brachte mir „Tannöd“ von Andrea Maria Schenkel. Damit steht der Lesenacht am Samstag im Buchkrümel nichts mehr im Wege.

Zusätzlich war im Päckchen „Im Angesicht der Schuld“ von Sabine Kornbichler, ein Krimi für lange dunkle Winterabende.
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12.11.2007 von Karthause.
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Mitten im toskanischen Wald in der Casa della strega wird die Leiche der deutschen Sarah Simonetti gefunden. Sie war mit dem Besitzer der Trattoria des nahegelegenen Dorfes verheiratet. In dieses alte Gemäuer zog sie sich mit einer gewissen Regelmäßigkeit zurück, um ihrem Alltag zu entfliehen.
Die Polizei kommt und beginnt ihre Untersuchungen. Aber schon nach wenigen Seiten spielt die Aufklärung des Mordes zunächst keine Rolle mehr. Die Autorin schildert wie es zu dieser Bluttat kommen konnte. In Rückblenden wird nun das Leben von Sarah erzählt. Der Leser erfährt von ihrer früheren Beziehung zu Franky, dem Vater ihrer Tochter Elsa. Wir lernen Romano, Sarahs Ehemann kennen. Mit ihm geht sie nach Italien, um Franky zu entkommen. In ihrer neuen Heimat wird der gemeinsame Sohn Edi geboren, ein niedlicher aufgeweckter Junge, der im Alter von 2 Jahren einen schrecklichen Unfall hat. Damit beginnen Schuldzuweisungen, Selbstvorwürfe und Missverständnisse. Nichts ist mehr wie es war und mit dem Wissen, was zu Beginn des Buches geschah, merkt man als Leser immer deutlicher, dass sich verdeckt und zuerst ganz unterschwellig etwas zusammenbraut. Sarah ist verändert, sie stürzt sich in Affären. Darunter leidet nicht nur die Beziehung zu ihrem Mann, das belastet besonders ihr Verhältnis zu Elsa.
Je näher diese Rückblicke dem aktuellen Geschehen kommen, desto mehr wird die Spannung aufgebaut und die Ereignisse werden dramatischer.
„Hexenkind“ hat außer dem Handlungsort keine Gemeinsamkeiten mit dem Vorgängerroman der Autorin. Um beiden Büchern gerecht zu werden, bin ich ohne Erwartungen an dieses Buch gegangen und versuchte, Vergleiche zu vermeiden. Mir gefällt der Erzählstil von Sabine Thiesler sehr gut. „Hexenkind“ ist flüssig, wenn auch mit ein paar Konstrukten, geschrieben und zog mich schnell in seinen Bann. Während der Schilderung der Ereignisse vor dem Mord erinnerte mich dieser Krimi eher an eine Familiengeschichte. Mich störte das überhaupt nicht. Denn die Spannung war trotzdem vorhanden. Ich sammelte Puzzleteilchen zu Puzzleteilchen. Die Frage nach dem WARUM drängte sich bei mir immer mehr in den Vordergrund.
Die Charaktere waren gut beschrieben und jeden einzelnen empfand ich in seinen Eigenarten als glaubwürdig. Das Verhältnis der Personen untereinander war für mein Empfinden hervorragend beschrieben. Da waren die Vorbehalte der Schwiegermutter Teresa gegen die junge Deutsche, die der Sohn ins Haus brachte; Romanos Festhalten an der Ehe mit Sarah, trotz deren Eskapaden und die Wut von Elsa über die Lügen und den Verrat der Mutter. Das Ende war atemberaubend, entsetzlich und erschütternd.
Mein Fazit: „Hexenkind“ ist ein eher ungewöhnlicher Krimi. Einer, der den Leser einlullt mit beinahe alltäglichen Ereignissen, die aber ein ungutes Gefühl im Bauch entstehen lassen und den Leser an das Buch fesseln. Mir hat dieser Krimi – und doch noch der Vergleich mit „Der Kindersammler“ – mindestens ebenso gut gefallen, denn er war wesentlich raffinierter im Aufbau.
Broschiert: 576 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3453432741
Gelesen: November 2007
Geschrieben in 2007, Krimi/Thriller | 2 Kommentare »
10.11.2007 von Karthause.
Diese Woche kamen auch wieder Neulinge in meine Obhut:
“Marion Dönhoff. Ein widerständiges Leben” Alice Schwarzer
“Eine Zierde in ihrem Hause. Die Geschichte der Ottilie von Faber-Castell” Asta Scheib
„Anleitung zum Unglücklichsein“ Paul Wazlawick
„Die grauen Seelen“ Philippe Claudel
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9.11.2007 von Karthause.
In den letzten Kriegsmonaten prägen Bombenangriffe auf Attenberg im Bergischen Land das Leben der 7-jährigen Agnes. Sie kennt nichts anderes als Krieg. Dann ist er auf einmal vorbei, aber ihre Heimatstadt liegt in Trümmern und die Familie muss hungern. Agnes, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, wird langsam älter und wird zu einer guten Beobachterin ihrer Umgebung. Sie erzählt ganz ungezwungen, immer in einem einfach gehaltenen Stil, der die Gedanken einer Heranwachsenden am besten widerspiegelt, vom Alltag in ihrem kleineren und größeren Umfeld. Dabei wird ein Stück Zeitgeschichte auf eine eindrucksvolle und vor allem glaubwürdige Weise beschrieben, Leser, die diese Zeit nicht miterlebten, können sich während der Lektüre ein recht passables Bild vom Leben und Denken im Nachkriegsdeutschland machen. Gefallen haben mir die teils unbequemen Fragen, die Agnes z. B. zum Verbleiben des jüdischen Mannes von Ines Simon stellt und wie sie sich gegen das Schweigen wehrt.
Obwohl ich mit Agnes selbst in diesem autobiographisch geprägten Roman nicht so richtig warm wurde, hat mir das Buch recht gut gefallen. Am Beispiel des Ortes Attenberg ließ Asta Scheib die deutsche Nachkriegszeit Revue passieren. Die Beschreibungen dieser Zeit waren eindringlich, einfühlsam, informativ und sehr interessant. Damals wurde nicht diskutiert oder gejammert, jeder packte mit an und das Wirtschaftswunder begann zu werden. „Sei froh, dass du lebst“ ist ein Roman mit einem ernsten Hintergrund, der aber auch mit einem Augenzwinkern aufwarten kann.
Gebundene Ausgabe: 317 Seiten
Verlag: Rowohlt, Berlin (2001)
ISBN-13: 978-3871344213
Gelesen: November 2007
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8.11.2007 von Karthause.
Margaret Mitchells Roman „Vom Winde verweht“, ausgezeichnet mit dem Pulitzerpreis, ist ein Welterfolg. 1991 erschien die Fortsetzung „Scarlett“ aus der Feder von Alexandra Ripley. Diese konnte sich meines Erachtens in keiner Weise mit „Vom Winde verweht“ messen. Nun wird dieses Südstaatenepos um einen weiteren Teil erweitert. Seit wenigen Tagen ist „Rhett“ käuflich zu erwerben. Donald McCaig brachte die Sichtweise des Rhett Buttler zu Papier. Auch er wird sich dem Vergleich mit dem Roman von Margaret Mitchell stellen müssen. Man darf gespannt sein, wie er ausgeht. Ich bleibe erst einmal etwas zurückhaltend und werde diese Neuerscheinung, die mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren pünktlich vor Weihnachten auf den Markt gebracht wurde, (vorerst?) nicht kaufen. Es muss sich erst zeigen ob dieser Teil ein kräftiger Südstaatenwind wird oder auch ein laues Lüftchen bleibt wie sein Vorgänger „Scarlett“.
Gebundene Ausgabe: 688 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (November 2007)
ISBN-13: 978-3455401004
23 EUR
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7.11.2007 von Karthause.
Die Suche nach dem schönsten ersten Satz der deutschsprachigen Literatur ist beendet. Über 17.000 Personen beteiligten sich daran. Gestern, am 06. November 2007, gaben die Stiftung Lesen und die Initiative deutsche Sprache die Gewinner bekannt:
Platz 1
“Ilsebill salzte nach.” aus “Der Butt” von Günter Grass
Platz 2
“Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.” aus „Die Verwandlung” von Franz Kafka
Platz 3
“Hamilkar Schaß, mein Großvater, ein Herrchen von, sagen wir mal, einundsiebzig Jahren, hatte sich gerade das Lesen beigebracht, als die Sache losging.” aus „Der Leseteufel“ von Siegfried Lenz
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7.11.2007 von Karthause.
Platz 1
“In der Mottengasse elf, oben unter dem Dach hinter dem siebten Balken in dem Haus, wo der alte Eisenbahnsignalvorsteher Herr Gleisenagel wohnt, steht eine sehr geheimnisvolle Kiste.” aus der Erzählung “Lari Fari Mogelzahn” von Janosch
Platz 2
„Es fiel Regen in jener Nacht, ein feiner, wispernder Regen.“ aus „Tintenherz“ von Cornelia Funke
Platz 3
“Entweder mache ich mir Sorgen oder was zu essen.” aus “Blaue Wunder” von Ildiko von Kürthy
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6.11.2007 von Karthause.
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Tagebücher und Briefe
Im Sommer 1976 bestätigt sich der schlimme Verdacht, den Maxie Wander hegt. Sie ist an Brustkrebs erkrankt. Anhand ihrer Tagebuchaufzeichnungen und Briefe begleitet der Leser sie während dieses Lebensabschnittes. Dabei ist ihre Erkrankung nur ein Thema von vielen. Sie schildert ihren Alltag in der damaligen DDR und gewährt dem Leser einen Einblick in ihr schriftstellerisches Leben.
Ich habe ihr Buch, welches von Fred Wander, ihrem Ehemann, nach ihrem Tod herausgegeben wurde, fast in einem Zug gelesen. Jede Unterbrechung empfand ich als störend. Durch ihre Offenheit empfand ich zu Maxie Wander eine ganz große, fast unheimliche Nähe. Beeindruckend fand ihren selbstkritischen und selbstironische Umgang mit der eigenen Person, sie hinterfragte die Positionen, die sie sowie ihre Verwandten und Freunde vertraten. Ihre Gedanken über das Glück und den Sinn des Lebens haben mich sehr angesprochen. Trotz des teilweise ungewohnten Dialektes, sie war Wienerin, hat mir der Stil ihrer Aufzeichnungen sehr gut gefallen. „Leben wär’ eine prima Alternative“ ist ein bemerkenswertes Buch, es hat mich unwahrscheinlich gefesselt und im tiefsten Inneren berührt.
Ich möchte gern mehr über diese starke, beeindruckende Frau erfahren und demnächst von Sabine Zurmühls Biografie von Maxie Wander „Das Leben, dieser Augenblick“ lesen.
Taschenbuch: 278 Seiten
Verlag: Dtv (Juni 1994)
ISBN-13: 978-3423118774
Gelesen: November 2007
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5.11.2007 von Karthause.
Er ist der populärste deutsche Kriminalbiologe. Weltweit war er für Polizeibehörden und auch für das FBI tätig. Vielen Tätern kam Mark Benecke mit Hilfe von Fliegen und Maden auf die Spur.
Nein, dies war keine alltägliche Lesung. Dieser Abend war ein Erlebnis. Im munteren Plauderton berichtete Mark Benecke über seine Tätigkeit als Kriminalbiologe. Das Publikum entschied sich für die Themen: Blutspurenverteilungsmuster und Vampirzeichen. Er berichtete über Experimente, die unumgänglich sind, seine bisher eindrucksvollsten Fälle, zeigte, dass Maden mehr können als nur eklig zu sein und ganz zum Schluss verriet er uns, wovor er sich ekelt. Seinen offenen Vortrag untermauerte er mit vielen aussagekräftigen Fotos. Mark Benecke verstand es, sein Publikum zu fesseln und freute sich über jede Frage. Die Zeit verging wie im Fluge, viel schneller als erwartet, waren die drei Stunden vorbei.
Er entließ uns mit einem Augenzwinkern und den Worten: „Der Tod ist nicht das Ende. Danach kommen eventuell noch die Kriminalpolizei und der Kriminalbiologe, auf jeden Fall aber die Maden.“
Ach ja, seine Bücher konnte man auch erwerben. Ich habe mir „Mordmethoden“ gegönnt.
Foto: www.moz.de
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3.11.2007 von Karthause.
“Und ich gieße unseren Garten, leg eine Platte auf, bereite uns ein gutes Essen … Wir wissen nicht, was wir haben, erst wenn die Wände zittern und der Boden unter unseren Füßen wankt, wenn diese Welt einzustürzen droht, ahnen wir, was Leben bedeutet.”
Gefunden in: “Leben wär’ eine prima Alternative. Tagebücher und Briefe” von Maxie Wander
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2.11.2007 von Karthause.
„Der Tod hat ihm alles genommen. Er besitzt nichts mehr. Er ist tausende Kilometer entfernt von einem Dorf, das es nicht mehr gibt, tausende Kilometer entfernt von den verlassenen Gräbern, eilig ausgehoben für die, die nur wenige Schritte weiter gestorben waren. Er ist tausende Tage entfernt von einem Leben, das einst schön und glücklich war.“
Monsieur Linh ist einer von vielen Flüchtlingen, die mit dem Schiff in ein fernes, ihnen fremdes land kommen. Er hat Schwierigkeiten sich in der ungewohnten und unfreundlichen neuen Umgebung einzugewöhnen. Liebevoll kümmert er sich um seine kleine Enkelin Sang-diû, sie ist die Einzige, die ihm von seiner Familie geblieben ist.
Eines Tages verlässt er die Flüchtlingsunterkunft und lernt im Park Monsieur Bark kennen. Keiner der beiden alten Männer versteht die Sprache des Anderen. Trotzdem sind sie nicht sprachlos. Gesten und Mimik sagen oft mehr als viele Worte. Sie fühlen sich im Inneren verbunden, denn beide sind auf ihre Art wie entwurzelte Bäume.
Leise und sehr gefühlvoll schildert Philippe Claudel diese besondere Freundschaft. „Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung“ ist ein unwahrscheinlich warmherziges, intensives, aber aber auch melancholisches Buch. Mich hat es emotional stark angesprochen, zum Schluss liefen mir die Tränen übers Gesicht.
Der einzige winzige Wermutstropfen waren die für meinen Geschmack teilweise zu kurzen Kapitel.
Trotzdem ist Philippe Claudel ein neuer Stern an meinem Autorenhimmel.
OT: La petite fille de Monsieur Linh
Gebundene Ausgabe: 126 Seiten
Verlag: Kindler (Juli 2006)
ISBN-10: 3463404982
ISBN-13: 978-3463404981
Gelesen: November 2007
Geschrieben in 2007, Zeitgenössisch, Meine Besten | Keine Kommentare »