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28.10.2007 von Karthause.
Auch im Februar habe ich eine gute Auswahl an Büchern getroffen. lediglich “Sommerdiebe” von Truman Capote hat mich etwas enttäuscht. An dieses von allen Seiten so hochgelobte Buch hatte ich deutlich höhere Erwartungen.
382 Seiten KörperWissen - Marion Grillparzer
385 Seiten Drachenläufer - Khaled Hosseini
336 Seiten Im Krieg und in der Liebe - Anne Tyler
344 Seiten Ich bin dann mal weg - Hape Kerkeling
145 Seiten Sommerdiebe - Truman Capote
256 Seiten Der Duft des Kaffees - Gerhard J. Rekel
736 Seiten Kreuzblume - Andrea Schacht
2584 gelesene Seiten
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28.10.2007 von Karthause.
Antonia, 1790 in Köln geboren, wächst unter Soldaten im Gefolge eines Trosses auf, den die Mutter, die Maketenderin Elisabeth, begleitet. Um das Mädchen zu schützen, zieht man ihr die Kleidung eines Knaben an und von nun an lebt Toni als Trossbub. Die Wirren zur Zeit der napoleonischen Kriege verschlagen sie bis nach Jena. Dort erfährt Toni von ihrer Mutter, dass diese nicht ihre leibliche, sondern lediglich ihre Ziehmutter ist. Kurz darauf wird Elisabeth von marodierenden Truppen überfallen und getötet. Antonia, steht nun ganz allein da und die Unterlagen, die sie in Elisabeths wenigen Besitztümern über ihre leibliche Mutter findet, weisen ihr den Weg zurück nach Köln.
Als weiterer Handlungsstrang wird in diesem Roman aber auch der Einsatz engagierter Kölner für den Weiterbau ihres Doms aufgezeigt, dem die nichtauffindbaren Fassadenpläne entgegenstanden. Im Jahr 1560 wurden alle Zahlungen und Arbeiten an der Kathedrale eingestellt und an dem unfertigen Gotteshaus nagt im frühen 19. Jh. bereits der Zahn der Zeit. Das ruft die Befürworter seines Abrisses auf den Plan, die hauptsächlich im Sinn haben, die Steine als Baumaterial zu nutzen.
Der Domherr Hermann von Waldegg ist an der Fertigstellung des Doms besonders interessiert. In dessen Haus findet die in die Rheinstadt zurückgekehrte Antonia eine neue Familie. Die Umstellung vom Trossbuben zur Dame aus der Gesellschaft ist für das Mädchen nicht leicht. Bei den von ihr angestellten Nachforschungen zur Vergangenheit ihrer wirklichen Mutter gerät sie mitten in die Auseinandersetzungen der gegnerischen Parteien.
„Kreuzblume“ ist ein opulenter historischer Roman, der akribisch recherchiert wurde. Andrea Schacht hat ein farbenfrohes Zeit- und Sittengemälde geschaffen, das das Leben in der Zeit des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts detailgetreu widerspiegelt. Sie beschreibt genau, z.B. anhand der Kleidung, der Speisen und der Wohnverhältnisse, wie sich die einzelnen Familien von einander unterscheiden. Dabei ist der über 700 Seiten umfassende Roman an keiner Stelle langatmig, sondern lässt den Leser auf äußerst kurzweilige Weise an den spannenden, teils auch alltäglichen Abenteuern der Protagonisten teilhaben. Diese haben fein ausgearbeitete Charaktere, die gut in ihre Zeit passen. Sie haben ihre Stärken und Schwächen, Ängste und Hoffnungen. Auch die Sprache harmoniert hervorragend mit der Handlungszeit. Die eingebaute Geschichte des Kölner Doms wurde geschickt mit dem Geschehen verwoben.
Dieser Roman hat mich ausgezeichnet unterhalten, ich konnte mit den Romanhelden mitfiebern, mitleiden und hoffen. In dieses Buch bin ich eingetaucht und habe dabei gern die Zeit vergessen.
Gebundene Ausgabe: 736 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN-10: 3764502207
ISBN-13: 978-3764502201
Gelesen: Februar 2007
Geschrieben in 2007, History | 1 Kommentar »
28.10.2007 von Karthause.
Der Duft des Kaffees ist würzig und viel versprechend. Voller Spannung wartet man darauf, dass sich die Geschmacksvielfalt auf der Zunge entfaltet und anregende Wirkung des Getränks eintritt. Dann, nach dem Genuss eines guten Kaffees, spürt man das Wohlbefinden. Ebenso verhält es sich mit diesem Buch.
Die Geschichte vor der Geschichte macht neugierig auf das, was noch kommen mag, ein gelungener Einstieg. Dann las ich die erste Seite und war gleich mittendrin in der Handlung. In verschiedenen deutschen Städten kam es zu Anschlägen. Aber es wurden keine Bomben gezündet, Unbekannte haben Kaffee vergiftet. Zahlreiche Menschen wurden mit Herzrhythmusstörungen in Krankenhäuser eingeliefert. Unter ihnen befand sich auch Jakob, der Sohn von Hans Brioni, einem kleinen Kaffeeröster aus Berlin, dessen ganze Leidenschaft, seit ihn seine Frau verließ, den braunen Bohnen gilt. In den vergangenen Jahren engagierte er sich gegen die Machenschaften der großen Kaffeekonzerne, die minderwertige Robusta-Bohnen durch fragwürdige Verfahren „aufbessern“. Im Keller hat Brioni ein Labor und etliche Vorräte an Kaffee von den großen Konkurrenzanbietern. Das macht ihn in den Augen der Polizei verdächtig. Eine rasante Verfolgungsjagd beginnt. Brioni hat die Unterstützung einer jungen und ehrgeizigen Journalistin gefunden und beide recherchieren nach den wahren Tätern. Doch wer steckt hinter den Anschlägen? Was sind die Motive? Möglich wäre Erpressung, die Taten eines Psychopaten, die Rache eines kleinen Kaffeerösters wie Brioni oder doch eine Verschwörung mit politischem Hintergrund. Denn zur gleichen Zeit soll in Deutschland das größte Reformpaket aller Zeiten verabschiedet werden.
In die gut mit Spannung gewürzte Handlung wurden geschickt Informationen rund um den Kaffee, den „Wein des Orients“ eingebaut, die nicht einen lehrbuchmäßigen Eindruck vermittelten oder gar den Spannungsbogen unterbrochen haben. So erfuhr ich ganz nebenbei noch einiges über die Geschichte, die Bedeutung, die äthiopische Kaffeezeremonie und die unterschiedlichen Sorten des Kaffees. Ohne dies wäre “Der Duft des Kaffees” nur ein durchschnittlicher Krimi.
Der Sprachstil hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere haben ein realistisches lebendiges Gesicht bekommen. Sie hatten ihre Eigenheiten und Macken. Besonders der Protagonist Hans Brioni, der schon ein Sonderling war, ist mir schnell ans Herz gewachsen und ich habe mit ihm gefiebert und ihm alles Glück gewünscht.
Wer einen blutigen Krimi mit Superdetektiven lesen will, sollte dieses Buch im Regal lassen. Wer aber an einem facettenreichen, spannenden und kurzweiligen Kriminalroman interessiert ist, der sollte an diesem Buch nicht vorbei gehen. Ich empfehle diesen Roman nicht nur den Kaffeeliebhabern.
Übrigens, die Geschichten rund um den Kaffee und der Krimi passen zusammen wie ein guter Espresso und seine Crema.
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Dtv
ISBN-10: 3423245050
ISBN-13: 978-3423245050
Gelesen: Februar 2007
Geschrieben in 2007, Krimi/Thriller | Keine Kommentare »
28.10.2007 von Karthause.
„Frühstück bei Tiffany“ ist eines der Bücher, die ich besonders gern mag. „Sommerdiebe“ ist das Jahrzehnte lang verschollene Erstlingsfragment des gleichen Autors. Und genau das ist es in meinen Augen, ein Fragment, auf eine ganz eigentümliche Art unfertig.
Dabei fehlt es nicht an sprachlicher Gewandtheit oder gelungenen Beschreibungen. Grady ist ein Charakter, der dem Autor besonders gut gelungen ist. Die anderen blieben mir etwas farblos. So gefielen mir die Abschnitte, in denen die rebellische 17jährige in Erscheinung tritt besonders. In diesen Abschnitten war die Sprache ausgezeichnet, die gesellschaftlichen Unterschiede waren fein gezeichnet und man konnte das Können des Autors, mit dem er in späteren Werken brillierte, spüren. Dann kam es häufiger zu Brüchen in Sprache und Handlung. Meines Erachtens lässt der Roman zum Ende hin deutlich nach. Der abrupte Schluss ist dafür symptomatisch.
Alles in allem war dieses Buch eine nette Unterhaltung, die sich an einem Nachmittag flüssig und leicht lesen ließ. Ich fand es etwas naiv, aber der Autor war ja zu dem Zeitpunkt, als er „Sommerdiebe“ schrieb, erst 19 Jahre alt. Ob es in seinem Sinn war, dass dieses Fragment veröffentlicht wurde?
Gebundene Ausgabe: 145 Seiten
Verlag: Kein & Aber
ISBN-10: 3036951571
ISBN-13: 978-3036951577
Gelesen: Januar 2007
Geschrieben in 2007, Belletristik | Keine Kommentare »
28.10.2007 von Karthause.
Als Pilger den Jakobsweg zu wandern. Ausgerüstet mit seinem roten Rucksack, 11 kg schwer, kanadischen Boots und einem Reiseführer macht er sich am 09. Juni 2001 in Saint-Jean-Pied-de-Port auf den Weg, um am 20. Juli 2001 in Santiago de Compostela anzukommen. Früh stößt er an seine körperlichen Grenzen. Die Füße schmerzen und das eine oder andere überflüssige Kilo, das sich bei dem bekennenden Couch Potato angesammelt hat, wird zur Last. Aber Hape geht seinen Weg, Schritt für Schritt und Tag für Tag, nur unterbrochen von kurzen Auszeiten, wenn der geschundene Körper sein Recht einforderte. Auf dem Jakobsweg lässt er seinem Blick und seinen Gedanken freien Lauf. Er lernt viele interessante, manchmal auch skurrile Menschen kennen. An all dem lässt er den Leser teilhaben, so dass man neben Impressionen des Pilgerweges auch den ungeschminkten Kerkeling kennen lernt. Für mich ist er während des Lesens vom Comedian zu einem recht normalen Menschen geworden, der in seinem Buch, das in Tagebuchform geschrieben wurde, über kleine, alltägliche Dinge sinniert und auch tiefgreifende Überlegungen anstellt. So ist er am Ende seines Pilgerweges nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich verändert und gereift. Entsprechend ist er der Beantwortung der auf der ersten Etappe von ihm aufgeworfenen Frage „Wer bin ich?“ sehr viel näher gekommen.
Das Buch ist in einer einfachen, leicht verständlichen Sprache gehalten, die sich flüssig liest und dabei Spaß macht. Menschlichen Schwächen, auch den eigenen, begegnet Kerkeling mit einem Augenzwinkern und dem ihm eigenen Humor. Die Selbstironie ist nie übertrieben, sondern glaubhaft. Beeindruckt hat mich der nachdenklich Hape Kerkeling, der sich im wahrsten Sinne des Wortes Gedanken über Gott und die Welt macht und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt.
Mein Fazit: „Ich bin dann mal weg“ ist ein Reisebericht, ein Tagebuch und ein Promibuch, aber jeder dieser Kategorien möchte ich gern „aber der anderen Art“ hinzufügen. Für mich waren es 320 Seiten sehr angenehmen Lesestoffes mit überraschendem Tiefgang und nett zu lesenden Banalitäten. Vom Jakobsweg selbst hätte ich mir ein paar mehr Eindrücke gewünscht. Den Lesespaß an sich hat das aber nicht gemindert.
Gebundene Ausgabe 344 Seiten
Verlag: Malik
ISBN-10: 3890293123
ISBN-13: 978-3890293127
Gelesen: Februar 2007
Geschrieben in 2007, Biografie/Erfahrungen | 1 Kommentar »
28.10.2007 von Karthause.
Der Leser begleitet Pauline und Michael Anton auf ihrem Lebensweg von 1941 bis in die 1990er Jahre. Wären die beiden auch ein Paar geworden, wenn sie sich nicht im Krieg kennen gelernt hätten? Wohl eher nicht, sie sind einfach zu unterschiedlich. Für Pauline ist die Ehe die Verschmelzung zweier Menschen, Michael sieht in der Lebenspartnerschaft eine gemeinsame Reise zweier Menschen. So ist die Ehe der beiden auch eher ein 30jähriger Krieg, der durch diverse Waffenstillstände unterbrochen wurde. Zu Beginn des Buches kam ich in Versuchung, abzubrechen. Es waren mir einfach zu viele Streitigkeiten, die aus dem Nichts kamen und ins Nichts führten. Aber die Autorin schaffte es, eine Bindung zwischen mir und den Protagonisten aufzubauen. Gefühlsmäßig gehörte ich bald schon zur Anton-Familie. Ich wurde zum stillen Beobachter, der sowohl Pauline als auch Michael gern gelegentlich geschüttelt hätte, um sie zur Vernunft zu bringen. Es war aber auch die schöne Sprache, derer sich Anne Tyler bedient, die mich bei diesem Buch hielt. Und ich habe das Durchhalten nicht bereut. Jetzt, nachdem ich den Roman beendet habe, kann ich sagen, dass mir „Im Krieg und in der Liebe“ recht gut gefallen hat. Denn selten habe ich an einer Alltagsgeschichte, die ich persönlich mit Krieg begann und die im Verlauf der Handlung in Liebe zum Buch umschlug, so gehangen. Die Charaktere der Antons wurden so klar und facettenreich herausgearbeitet, ich hatte oft das Gefühl, sie wären gute Bekannte von mir, die ich schon lange kenne.
Mein Fazit: „Im Krieg und in der Liebe“ ist eine sehr schön geschriebene Alltagsgeschichte, wie es sie in der Realität häufig geben mag. Aber der lebensnahe Erzählstil und die wunderbare Sprache haben aus dem Buch etwas Besonderes gemacht. (Die ständigen Streitereien und die Art wie beide sich in die Ehe einbrachten, haben mich aber hin und wieder an den Rand der Fassungslosigkeit gebracht.)
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: List
ISBN-10: 3471789448
ISBN-13: 978-3471789445
Gelesen: Februar 2007
Geschrieben in 2007, Zeitgenössisch | Keine Kommentare »
28.10.2007 von Karthause.
Amir, Sohn eines wohlhabenden Paschtunen und Hassan, ein Hazara und Sohn des Dieners von Amirs Vater, werden von der gleichen Amme gestillt und wachsen gemeinsam auf. Hassan würde für Amir alles tun. Amir selbst sieht diese Beziehung wesentlich egoistischer. Er nutzt seine bessere Herkunft aus, er ist stolz, wenn er Hassan etwas vorlesen kann, dieser kann weder lesen noch schreiben, aber auf den Gedanken, es dem Freund zu lehren, kommt er nicht. Auch die Beziehung Amirs zu seinem Vater ist sehr kompliziert. Amir liest viel und schreibt eigene Geschichten. Der Vater erwartet vom Sohn, dass er Fußball spielt und die traditionellen Wettkämpfe im Drachensteigen gewinnt. Letzteres gelingt ihm zwar mit Hassans Hilfe, aber Hassan muss diesen Sieg Amirs teuer bezahlen. Der Freund könnte zwar helfend einschreiten als Hassan in größter Not ist, er verrät jedoch die Freundschaft. Für ihn ist der Sieg beim Drachensteigen wichtig, er hat endlich die Aufmerksamkeit des Vaters erlangt, nach der er sich so lange sehnte. Der Verrat, den Amir an Hassan beging, verfolgt ihn noch als erwachsener Mann. Amir, der schon Ende der 70er Jahre mit dem Vater in die USA geflüchtet ist, findet keine Ruhe. Als er Jahre später dann die Möglichkeit bekommt, seine Schuld abzutragen, macht er sich auf den Weg nach Afghanistan.
Die Handlung des Romas beginnt Mitte der 70er Jahre und zieht sich in verschiedenen Episoden bis in unsere jüngste Vergangenheit hin. Dem Autor gelingt es hervorragend, Details aus dem Alltag in Afghanistan auf interessante Weise mit der Handlung des Buches zu verknüpfen. Politische Hintergründe werden beleuchtet und ich konnte mir ein gutes Bild über die Lebensumstände der Bewohner Kabuls zu Zeiten des Friedens, aber auch unter der sowjetischen Besatzung und unter der Taliban-Herrschaft machen. Er scheute auch nicht die realitätsnahe Schilderung von Gräueltaten, die in Kriegzeiten an der Tagesordnung waren. Trotzdem hatte ich als Leser nie den Eindruck ein Voyeur zu sein. Denn ich lachte mit dem Protagonisten, ich litt mit ihm, ich verachtete ihn und ich liebte ihn. Dies war nur durch die fantastische Erzählweise Khaled Hossenis möglich, der diesen Roman so einfühlsam und in einem so lebendigen Stil schrieb, dass ich zeitweise das Gefühl hatte, eine wahre Geschichte zu lesen. Das ist aber nicht zuletzt des Ich-Erzählers Amir geschuldet, der mich mit seiner nicht zu blumigen aber spürbaren arabischen Erzählweise völlig in seinen Bann zog. Manche Passagen waren fast schon poetisch. Mir persönlich war das Ende des Buches mit etwas zu viel Action beladen, zu amerikanisch. Aber das ist Geschmacksache, spannend war es auf jeden Fall. Zusammenfassend kann ich sagen, dass „Drachenläufer“ ein äußerst bemerkenswertes Buch ist, das ich sehr gern weiterempfehle. Ich hoffe, von diesem Autor noch viele Bücher lesen zu können, er ist ein wunderbarer Erzähler.
Taschenbuch: 385 Seiten
Verlag: Bvt Berliner Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 383330149X
ISBN-13: 978-3833301490
Gelesen: Februar 2007
Geschrieben in 2007, Belletristik, Meine Besten | Keine Kommentare »
28.10.2007 von Karthause.
Die Natur hat jedem von uns etwas Wunderbares gegeben, unseren Körper. Doch wissen wir über ihn wirklich gut Bescheid? Gehen wir mit ihm gut um, oder betreiben wir Raubbau mit dem Körper? Was können wir anders machen und damit unser Wohlbefinden verbessern? Diese Frage kann sich jeder nach/bei der Lektüre selbst beantworten. „KörperWissen“ ist in verschiedene Abschnitte gegliedert. Einer Einführung, dem sogenannten Basiswissen, folgen Abschnitte über die Haut, die Augen, die Nase und die Ohren, das Verdauungssystem, Muskeln, Knochen und Immunsystem und vieles mehr. Kurz, der Mensch wird sozusagen in seine Einzelteile zerlegt, diese werden anschaulich dargestellt, es gibt Tipps was wir selbst zur Vorbeugung von Krankheiten tun können und Hausmittelchen, wenn es schon mal zwickt. Dabei betrachtet sie den Körper nie aus nur einer Perspektive, sonders stets ganzheitlich. Das hört sich nun sicher sehr trocken an. Das ist es nicht. Im Gegenteil, Marion Grillparzer schildert auf eine unvergleichlich offene, lockere, leicht verständliche und unterhaltsame Art die komplizierten Zusammenhänge. Beim Lesen dachte ich manchmal, da hat sie dich doch schon wieder erwischt. Man bekommt gelegentlich schon einen Spiegel vorgehalten, aber nie mit dem erhobenen Zeigefinger auf schulmeisterliche Art. In dem Buch findet man viele hilfreiche Abbildungen und wunderbare Fotografien. Fachwörter werden sehr gut erklärt, so ist man als Leser diesem Buch nicht hilflos ausgeliefert. Ich erhielt viele wissenswerte Informationen zur Gesunderhaltung, sei es durch ausreichende Bewegung, richtige Ernährung oder einfach nur durch optimale Pflege des Körpers. Mich persönlich hat dieses Buch motiviert, einige Dinge in meinem Leben zu ändern. „KörperWissen“ habe ich jetzt zwar an einem Stück gelesen, ich bin mir aber sicher, dass dieses Buch von mir nun öfter in die Hand genommen wird. Es war mein erstes Buch von Marion Grillparzer aber sicher nicht mein letztes. Ich kann dieses Buch jedem, dem an seinem Körper etwas liegt, uneingeschränkt empfehlen.
Broschiert: 382 Seiten
Verlag: Gräfe & Unzer
ISBN-10: 3833802219
ISBN-13: 978-3833802218
Gelesen: Februar 2007
Geschrieben in 2007, Fach- und Sachbuch | Keine Kommentare »
28.10.2007 von Karthause.
Der Januar war ein klasse Lesemonat. Ich hatte ein glückliches Händchen bei der Buchauswahl. Es wäre schön, wenn das anhalten würde.
192 Seiten Herzfresser - Monika Detering
488 Seiten Die Frau mit den Regenhänden - Wolfram Fleischhauer
702 Seiten Die Pilgerin - Iny Lorentz
414 Seiten Die Lichtfänger - Elmar Bereuter
126 Seiten Bildnis der Mutter als junge Frau - Friedrich Chr. Delius
1922 gelesene Seiten
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28.10.2007 von Karthause.
“Laufen Sie, junge Frau, laufen Sie, wenn Sie wollen laufen, der Kind sich freut, wenn Sie laufen.” Dies hat der Frauenarzt der jungen, schwangeren Deutschen geraten. Eigentlich wollte sie die letzten Wochen der Schwangerschaft zusammen mit ihrem Ehemann in Rom verbringen, der wurde aber kurzfristig zu Hitlers Afrika-Corps abkommandiert, keiner weiß wann er zurückkehrt. So läuft sie im Januar 1943 allein durch das ihr fremde Rom, der Leser begleitet sie auf ihren Wegen und erfährt ihre Gedanken. Diese werden mehr als Splitter in die Erzählung geworfen. Ganz so, als würde man selbst auf einem Spaziergang durch Kleinigkeiten zu immer neuen Gedanken angeregt. Das macht das Lesen dieses Buches nicht leicht. Dazu kommt, dass die 126 Seiten lediglich von einem Satz gefüllt werden. Kommata und kleine willkürlich gewählte Absätze, nicht immer entspricht ein neuer Absatz einem neuen Gedanken, wird die Geschichte gegliedert. Nach der ersten Stunde habe ich dann dieses Buch auch genervt zur Seite gelegt. Am Tag darauf, zum Glück war es ein Sonntag, habe ich mich ihm dann ganz in Ruhe noch einmal gewidmet und erstaunlicherweise fand ich plötzlich eine Art Rhythmus, das Lesen wurde angenehm und ich konnte mich auf diesen Stil einlassen.
Mit der Protagonistin konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Freiwillig und gegen den Willen ihrer Eltern ist sie nach Italien gegangen, freiwillig bleibt sie, aber die ihr unbekannte Sprache will sie nicht lernen. Gedanken über die politische Situation macht sie sich nur widerstrebend, die Gespräche der Mitbewohnerinnen des evangelischen Konvents verwundern sie, denn sie reden sehr frei über Hitler und die Judenfrage. Aber immer öfter drängt sich die Angst in ihren Kopf, Angst, der Krieg könnte verloren gehen, Angst, ihrem Gert könne etwas passieren, täglich kommen so viele Gefallenenmeldungen.
“Bildnis der Mutter als junge Frau” ist eine Liebeserklärung von Friedrich Chr. Delius an seine Mutter. Denn er war es, der sie in dieser Zeit begleitete. Fein arbeitet er ihre Gedanken heraus. Manchmal hatte ich das Gefühl, beim Schreiben befand er sich im Zwiegespräch mit ihr. Ihm ist ein sehr einfühlsames und intensives Buch gelungen, das in seiner Ruhe mich als Leser nachhaltig beeindruckt hat. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Romkenner noch mehr Freude an diesem Buch haben könnten als ich. Leider war ich noch nie in der ewigen Stadt.
Gebundene Ausgabe: 126 Seiten
Verlag: Rowohlt, Berlin (September 2006),
ISBN-10: 3871345563
ISBN-13: 978-3871345562
Gelesen: Januar 2007
14,90 EUR
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28.10.2007 von Karthause.
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Elmar Bereuter hat mit „Die Lichtfänger“ einen historischer Roman geschrieben, der so ganz nach meinem Geschmack war. Historisch verbürgte Personen prägen die Geschichte, fiktive Personen runden das Ganze ab, bringen Leben in die Erzählung. Dabei sind die Charaktere so vielfältig wie die Handlungsmotive.
Zwei Zeitebenen bilden das Gerüst dieses Buches. Die eine ist das ausgehende 19. und beginnende 20. Jahrhundert, in der als Rahmenhandlung die Lebensgeschichte des Historikers und Sonderlings George Lincoln Burr erzählt wird. Dieser ist maßgeblich am Aufbau der Bibliothek der Universität Cornell beteiligt. Er fährt selbst nach Europa, um zur Problematik der Hexenverfolgung zu recherchieren und bringt von dieser einige Jahre dauernden Reise etliche wertvolle Originaldokumente für die Bibliothek mit. Seine Reise führt ihn quer durch Europa, aber hauptsächlich in Deutschland stößt er auf die von ihm gesuchten Akten. Die zweite Zeitebene, die immer wieder kapitelweise eingeschoben wird, ist die Zeit der Hexenverfolgung im Raum um Trier im 16./17. Jahrhundert. Es ist die Zeit des Peter Binsfeld, Cornelius Loos, Johannes Weyer, Dietrich Flade, Friedrich Spee von Langenfeld und Herrmann Löher. Es ist die Zeit in der mit Schriften wie „Der Hexenhammer“ von Heinrich Institoris die Hexenverfolgung legitimiert wurde. Die Wirkung dieses Werkes wird in dem Buch eindringlich geschildert. Der Hexenglaube, der gespeist wurde von Unwissenheit, Aberglaube, Neid und Missgunst, führte zu einer der größten Hinrichtungswellen in der Geschichte. Nachbarn beschuldigten sich gegenseitig, Kinder beschuldigten ihre Eltern und Geschwister, Geistliche wurde zu Handlangern der Hexenjäger. Die der Hexerei und Zauberei Beschuldigten mussten unsägliche Qualen erleiden, bis sie endlich gestanden, nur um dem Leiden ein Ende zu bereiten, der Tod auf dem Scheiterhaufen erschien den Besagten wie eine Erlösung. Aber es gab auch Lichtgestalten in dieser dunklen Zeit. Diese lebten in ständiger Gefahr entdeckt zu werden und auch auf dem Scheiterhaufen zu enden wie z.B. Dietrich Flade oder Cornelius Loos. Mit der „Cautio Criminalis“ von Friedrich Spee von Langenfeld wurde erstmals der Praxis der Hexenprozesse entgegengetreten. Das alles wurde protokolliert und fand sich in den Akten wieder, die der amerikanische Historiker Burr entdeckte und bildete die Verbindung zwischen den beiden Handlungen.
Elmar Bereuter ist es gelungen, sicher durch umfangreiche und akribische Recherche, unverfälschte Geschichte in einen Roman einzubringen, der seinesgleichen sucht. Dabei bedient er sich einer kraftvollen und intensiven Sprache, die mich an das Buch fesselte. Er hat reale Historie so lebensnah und doch so packend geschildert, dass sogar dieser dunkle Geschichtsabschnitt, über den ich persönlich recht wenig wusste, eine wahre Lesefreude war. Am Ende gelingt ihm noch der Bezug auf unsere jüngere Vergangenheit, in der wieder Menschen verfolgt, gefoltert und verbrannt wurden.
Mein Fazit: „Die Lichtfänger“ ist ein beeindruckend lebendiger historischer Roman, der Wissensvermittlung und Lesespaß in sich vereinte, der mich traurig gemacht hat und mich schmunzeln ließ. Ich kann ihn vorbehaltlos empfehlen. Ich werde demnächst noch „Hexenhammer“ und auch „Schwabenkinder“ von diesem Autor lesen.
Broschiert: 414 Seiten
Verlag: Piper 9,95 EUR
ISBN-10: 3492247717
ISBN-13: 978-3492247719
Gelesen: Januar 2007
Geschrieben in 2007, History | 1 Kommentar »
28.10.2007 von Karthause.
Wieder ein Roman über eine starke Frau in vergangener Zeit, der das Schicksal eine Menge abverlangt hat und die die Klippen des harten Alltags mit Bravour meistert. So in etwa waren meine Erwartungen zu Beginn dieses Buches. Aber ganz so einfach gestrickt war “Die Pilgerin” nicht. Ich habe sehr leicht in die Geschichte hineingefunden, das Erzähltempo war am Anfang recht hoch und so fieberte ich recht schnell mit der Protagonistin mit. Tilla war für mich ein sehr angenehmer Charakter. Sie war nicht nur schön, reich und gut. Sie hatte auch die von mir immer so herbei gewünschten kleinen Schwächen, an denen man sich auch mal reiben konnte. Das traf auch für so manche andere Figur des Romans zu. Besonders Sebastian, der jüngere Sohn des Tremmlinger Bürgermeisters durchlief eine sehr schöne, aber auch nachvollziehbare Entwicklung. An Otfried, Tillas Bruder, klebte jedoch das Klischee des Bösen. Er war durch und durch durchtrieben, egoistisch, raffgierig und missgünstig. Es gab kein Anzeichen dafür, dass er auch nur eine gute Eigenschaft besaß.
Die Sprache, der sich Iny Lorentz bedient, ist ansprechend. Die gesamte Geschichte war leicht und flüssig zu lesen und wenn man dachte, der Weg der Pilgerschar würde nun etwas eintönig, wurde geschickt das Augenmerk des Lesers auf die Ereignisse in Tremmlingen gelenkt. Darüber hätte ich gern noch mehr erfahren. Dies hätte ohne weiteres auch zu lasten der diversen und ausführlich beschrieben Sexszenen gehen können. Das Ende ist etwas vorher zu sehen. Das stört aber nicht, weil es sich schlüssig aus dem Handlungsverlauf so ergibt. Dieses Buch war das zweite, welches ich von der Autorin gelesen habe. Es hat mir deutlich besser gefallen als “Die Wanderhure”. Alles in allem war “Die Pilgerin” in unterhaltsam zu lesender Historienschmöker, mit dem man sich richtig wohlfühlen kann. Als wirklichen Kritikpunkt möchte ich anfügen, dass die Pilgerschar zwar auf dem Jacobsweg unterwegs war, mir als Leser waren aber zu wenige Informationen über diesen doch sehr bedeutenden Pilgerweg enthalten. Ich könnte selbstverständlich andere Bücher oder Medien bemühen, um mehr über den Jacobsweg zu erfahren. Aber ich wünsche mir von einem wirklich sehr guten Buch, dass ich mir sowohl von den handelnden Personen als auch vom Handlungsort ein umfassendes Bild machen kann.
Ganz kurz möchte ich noch die Aufmachung des Buches ansprechen. Diese hat mir sehr gefallen. Nicht nur, dass “Die Pilgerin” ein wirklich schönes Cover hat, es verfügt darüber hinaus auch über eine hilfreiche Karte, ein Glossar und eine kurze Einführung in die Historie.
Gebundene Ausgabe: 702 Seiten
Verlag: Knaur
ISBN-10: 3426662493
ISBN-13: 978-3426662496
Gelesen: Januar 2007
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28.10.2007 von Karthause.
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Ein Buch, eine Stadt, zwei verschiedene Jahrhunderte, zwei ergreifende Schicksale und die Frage, was die beiden Frauen verbindet.
Im Frühjahr 1867 wird Marie Lazès in Paris unter dem Verdacht verhaftet, ihr Kind in der Seine ertränkt zu haben. Sie beteuert jedoch unbeirrt ihre Unschuld. Für die Ankläger scheint ihre Schuld aber erwiesen, denn dies ist kein Einzelfall zu dieser Zeit. Antoine, ihr Pflichtverteidiger, hat Zweifel an ihrer Schuld. Was ist an diesem Fall so bedeutend, dass sich sogar die Geheimpolizei damit befasst? So beginnt er selbst mit Nachforschungen.
Im Jahr 1992 recherchiert Bruno in einer Pariser Bibliothek für seine Doktorarbeit über die Architektur zur Zeit der Weltausstellung. Dort lernt er Gaëtane kennen, die Recherchen zur gleichen Zeit anstellt. Warum forscht die junge Frau in den Akten eines Kindermordes, der 125 Jahre zurück liegt?
Wolfram Fleischhauer gelingt es ausgezeichnet, beide Handlungsstränge so miteinander zu verweben, dass sie am Ende verschmelzen. Das geschieht wieder in der ihm eigenen wunderbaren Sprache, mit der er den Leser an seinen Roman fesselt. Auch jetzt, Tage nach dem ich dieses Buch beendet habe, beschäftigt mich dieses Buch. Ausführungen zur Geschichte des 2. Kaiserreiches und zur Medizingeschichte runden die Handlung ab und machen Geschichtsunterricht zur Freude. Die Charaktere fand ich sehr gelungen, sie waren facettenreich und menschlich. Auch von der Schilderung der Lebensumstände im Paris des Jahres 1867 war ich sehr beeindruckt. Es war erschütternd zu lesen, wie die Menschen in ihrer bitteren Armut leben mussten. Die Zustände, die in dem Krankenhaus herrschten, waren erschreckend. Konnten die Menschen dort überhaupt gesund werden, oder gingen sie nur zum Sterben dorthin? Letztlich blieb die Erkenntnis zurück, dass sich die Handlungsstränge zwar zeitlich von einander unterscheiden, Geld aber damals wie heute der alles entscheidende Faktor ist und Gewinn und Ansehen wichtiger sind als alles andere.
Bisher wurde ich von noch keinem Roman Wolfram Fleischhauers enttäuscht, obwohl meine Erwartungshaltung bei jedem seiner Bücher sehr hoch war. “Die Frau mit den Regenhänden” ging mir aber besonders unter die Haut. Vielleicht lag es daran, dass die Thematik so aktuell war.
Gebundene Ausgabe: 488 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
ISBN-10: 3426617277
ISBN-13: 978-3426617274
Gelesen: Januar 2007
Geschrieben in 2007, sonstiges | Keine Kommentare »
28.10.2007 von Karthause.
Madena, Marie, wie sie früher hieß, reist in die Vergangenheit. Schon im Prolog wurde deutlich, was für ein ergreifender Roman vor mir lag. Marie wurde in ihrer Kindheit, in den 50er Jahren, immer wieder von Vater und Onkel missbraucht. Die Mutter bekommt davon nichts mit, sie ist von ihrem Mann geschieden wundert sich nur, dass ihre Tochter immer wieder rebelliert. Sie ist kein pflegeleichtes Kind. Die Mutter muss Marie oft drängen, sich mit dem Vater zu treffen, der sich einen „schönen“ Tag mir dem Mädchen machen will. Im zweiten Teil des Romans erlebt der Leser Marie als Erwachsene. Sie hat einen ersten Freund, wird schwanger und um nicht in Schande zu leben, muss sie heiraten. Die Ehe scheitert, wie noch etliche weitere Beziehungen in den folgenden Jahren. Eine der Ursachen dafür ist ihre innere Zerrissenheit.
Diesen Roman las ich am Stück von Anfang bis zum Ende durch. Die 50er Jahre erwachten vor meinen Augen zum Leben, so wunderbar schilderte die Autorin die damalige Zeit. Sie beschrieb die Spießigkeit und die Verlogenheit sehr authentisch. Ich konnte den Mief dieser Zeit förmlich riechen. Die Sprache, manchmal empfand ich sie schon fast als poetisch, die ich im 1. Teil vor fand, hat mir sehr gut gefallen. Monika Detering fand treffende Worte für den Missbrauch, ohne dabei bis ins letzte Detail zu gehen, man wusste, was mit Marie geschah. Marie hat die Hölle durchlebt. Ihre Gefühle, ihr Leid, ihre Ängste, ihre Zerrissenheit und ihre Suche nach sich selbst haben mich zutiefst erschüttert und aufgewühlt. Ich erlebte beim Lesen dieses sehr dichten Romans die ganze Bandbreite der Gefühle, von Lachen bis Weinen. Im zweiten Teil ändert sich mit Maries Alter auch der Erzählstil. Häufig werden Sätze nur angerissen. Das sollte zwar Maries Inneres reflektieren, mich hat es aber doch etwas gestört. Den sprachlichen Ausdruck des 1. Teils vermisste ich. Auch konnte ich Marie nicht immer verstehen, manche Frage nach dem WARUM ihres Handelns blieb unbeantwortet. Trotzdem hat mir „Herzfresser“ sehr gut gefallen. Marie ist keine wirklich lebende Person, sie ist das Ergebnis der Recherchearbeit der Autorin, ein Konglomerat verschiedener Einzelschicksale. Ein Lob noch für den äußerst zutreffenden Titel. Ich würde dieses Buch jedem, der sich auf diese Thematik einlassen kann, ans Herz legen.
Broschiert: 192 Seiten
Verlag: Gipfelbuch
ISBN-10: 3937591273
ISBN-13: 978-3937591278
Gelesen: Januar 2007
10,50 EUR
Geschrieben in 2007, Zeitgenössisch | 1 Kommentar »